Archivierter Artikel vom 17.09.2010, 13:22 Uhr
Stuttgart

VfB schöpft Mut – Aber «noch nicht über den Berg»

Die Mienen beim VfB Stuttgart hatten sich deutlich entspannt. Als Sportdirektor Fredi Bobic nach dem verdienten 3:0 (1:0) gegen Young Boys Bern in den Katakomben der Mercedes-Benz- Arena stand, gab er sogar einige Späßchen zum Besten.

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Schrittmacher
Christian Gross dirigiert seine Mannschaft zum Sieg.

Doch seine Mahnung nach dem gelungenen Auftakt in der Gruppenphase der Fußball- Europa-League war eindeutig: «Das war ein erster Schritt, aber wir sind noch nicht über den Berg.» Gegen Borussia Mönchengladbach geht es schon 41 Stunden später in der Bundesliga weiter. Dort war der Start mit null Punkten aus drei Spielen völlig missglückt.

Deshalb wollte niemand dem Erfolg über den äußerst schwachen Schweizer Vizemeister zu viel Gewicht beimessen, auch wenn das Aufatmen nach der engagierten Vorstellung spürbar war. «Wir wissen, dass das nicht alles ist. Aber es ist eine Grundlage für die weiteren Spiele», sagte Stürmer Cacau, der beim VfB zu den Stärksten zählte. Das 1:0 hatte er per Foulelfmeter (23.) selbst erzielt, das 2:0 durch Christian Gentner (59.) glänzend vorbereitet. Für den Endstand sorgte Serdar Tasci (90.+1), ein weiterer Nationalspieler, nachdem sich Stuttgart in Hälfte zwei reihenweise Torchancen erspielt hatte.

Doch sollte gegen Mönchengladbach eine weitere Bundesliga-Pleite folgen, würde die Krise neu entfacht werden. «Wir müssen den Schwung in die Bundesliga mitnehmen. Der Druck hat sich dort nicht geändert», erklärte Gentner. «Wir müssen schleunigst aus dem Tabellenkeller rauskommen.» Da passt es gut, dass Kapitän Matthieu Delpierre nach fast viermonatiger Verletzungspause sein Comeback geben wird. Gegen die Young Boys saß der Innenverteidiger erstmals auf der Bank, vor dem Mönchengladbach-Spiel stellte VfB-Trainer Christian Gross klar: «Matthieu wird spielen. Durch seine Präsenz, Ausstrahlung und natürliche Autorität ist er wichtig für die Mannschaft.»

Im Vergleich zum Bern-Spiel möchte Gross am Samstag aber nur «maximal drei neue Spieler bringen». Grundsätzlich sei er «ein Freund der Rotation», sagte er. «Aber die funktioniert nur, wenn eine Mannschaft eingespielt ist. Und das sind wir noch nicht.»

Dennoch freute sich der 56-Jährige nach dem Sieg über seine Schweizer Landsleute, «dass nun weitere Optionen da sind». Dazu gehört auch Daniel Didavi aus dem eigenen Nachwuchs. Während der 33 Jahre alte Stareinkauf Mauro Camoranesi im rechten Mittelfeld bei seinem Heimdebüt enttäuschte, überzeugte der 20-Jährige auf links. «Er spielt frisch auf, er tut unserem Spiel gut», meinte Bobic.

Der Sportdirektor stellte sich auch hinter Sven Ulreich. Angesprochen auf die neuerlichen Unsicherheiten des 22-Jährigen lehnte sich Bobic weit aus dem Fenster: «Sven ist unser Torwart. Da wird es während der ganzen Saison keine Diskussion geben.»