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    Whistler

    Verwachst: Deutsche Langläufer nur Staffel-6.

    Ein Fehlgriff in die Wachskiste hat die deutschen Langläufer in Whistler um die erhoffte Olympia-Medaille in der Staffel gebracht. Mit Platz sechs über 4 x 10 Kilometer liefen Jens Filbrich, Axel Teichmann, Rene Sommerfeldt und Tobias Angerer klar am erträumten Edelmetall vorbei.

    Staffelläufer
    Erschöpft und enttäuscht hält sich Axel Teichmann die Hände vor das Gesicht.

    Gold
    Marcus Hellner erreicht für die schwedische Staffel als Erster das Ziel.

    «Für uns ist eine kleine Welt zusammengebrochen. Wir hatten einen Traum, der nun geplatzt ist. Daran werde ich zwei, drei Tage zu kauen haben», ärgerte sich Schlussläufer Angerer. «Platz sechs ist natürlich nicht das, was wir erreichen wollten. Beim Teamsprint hatten wir besseres Material als die Konkurrenz, heute etwas schlechteres. Wir haben auf der Klassik-Strecke zu viel Boden verloren. Aber Axel konnte nichts machen», sagte Bundestrainer Jochen Behle über das Rennen, das schon nach zwei Runden verloren war. Staffel-Gold holten die Schweden vor dem Quartett aus Norwegen, für das Schlussläufer Petter Northug mit einem furiosen Schlussspurt Silber aus dem Feuer riss. Bronze ging an die Tschechen.

    Atmung
    Axel Teichmann läuft mit geöffnetem Mund durch die Loipe.

    Ausgerechnet Teichmann, der zwei Tage zuvor im Teamsprint mit Silber seine erste Medaille bei Olympischen Winterspielen gefeiert hatte, wurde zum Pechvogel des deutschen Quartetts. Denn als im Callaghan Valley die großen Flocken vom Himmel fielen, konnte der 30- Jährige mit immer stumpfer werdenden Ski der Spitze nicht mehr folgen und verlor auf seiner Schleife fast 30 Sekunden. «Ich hatte mich für Wachs-Ski entschieden. Der baute am Ende stark ab. Ich habe gekämpft wie ein Löwe. Aber mehr war nicht drin», sagte Teichmann enttäuscht.

    Gebückt
    Jens Filbrich gleitet über ein Teilstück der Staffelstrecke.

    Den Rückstand konnten die beiden Skater nicht mehr zulaufen. Der 35-jährige Oldie Sommerfeldt mühte sich auf der dritten Schleife nach Kräften, konnte jedoch keinen Platz gutmachen und schickte Angerer mit 36,3 Sekunden Rückstand auf die Schlussrunde. «Der Schneefall hat uns nicht gerade in die Karten gespielt. Die vorne weggelaufen sind, hatten alle No-Wax-Ski. Das Wetter hat uns heute die Geschichte verhagelt», meinte der Oberwiesenthaler. Angerer, Olympia-Zweiter in der Doppel-Verfolgung, konnte den Abstand zunächst halten, dem wie entfesselt noch zu Silber stürmenden Northug aber nicht mehr folgen.

    Angestrengt
    Rene Sommerfeldt kämpft sich durch die Loipe.

    Extrem schwierige äußere Bedingungen mit Temperaturen um null Grad und ein paar Zentimetern Neuschnee hatten die Läufer vor die Qual der Wahl zwischen Clister und No-Wax-Ski gestellt. Startläufer Filbrich entschied sich für Wachs. Er hielt sich auf der ersten Klassikstrecke taktisch klug im Windschatten der Führenden und ging deren Tempo mühelos mit. Das Vorhaben, den Norweger Martin Johnsrud Sundby abzuschütteln, gelang indes nicht.

    Gruppe
    Jens Filbrich läuft vor Sami Jauhojaervi (l) und Martin Johnsrud Sundby (r).

    «Die Vorgabe lautete, das Feld zu sprengen. Das ist mir aufgrund meines Materials nicht gelungen. Ich war wohl der einzige in der Spitzengruppe, der mit Wachs gelaufen ist», bilanzierte Filbrich die kräftezehrenden ersten 10 Kilometer. Auf Platz vier hinter Finnland, Frankreich und Schweden schickte der 30-Jährige aus Frankenhain beim ersten Wechsel Teichmann in die Spur.

    Freudensprung
    Die schwedische Staffel springt vor Freude in die Luft.

    Doch der Zweite im Teamsprint hatte total verwachst. Denn auf der zweiten Hälfte seiner Distanz bekam der 30 Jahre alte Bad Lobensteiner Probleme, das Tempo des vorne Druck machenden Schweden Johan Olsson mitzugehen. Auf den letzten Metern im Stadion blieb Teichmann fast stehen und übergab schon mit mehr als 27 Sekunden Rückstand als Vierter an Sommerfeldt.

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