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Stuttgart

Verbraucherschützer mahnen Fondsgesellschaften ab

dpa/tmn

Verbraucherschützer gehen gegen die Gebührenpraxis einiger Fondsgesellschaften vor. Sie haben drei Gesellschaften abgemahnt. Anleger können die Höhe der Gebühren bei Investmentfonds aber auch selbst beeinflussen.

Die Verbraucherzentrale NRW habe stellvertretend für die Branche drei Gesellschaften abgemahnt, berichtete «Handelsblatt Online» am Mittwoch (16.Februar). Die Verbraucherschützer bemängelten etwa Kosten für Herstellung und Versand der Halbjahres- und Jahresberichte oder anderer Prospekte, die der Kundezahlen müsse.

In einem Fall mahnten sie dem Bericht zufolge eine Vertriebsgebühr ab, die Bestandskunden für die Kundenakquise zahlen sollten. In einem anderen bemängelt die Organisation eine Umlage von Kosten für Beratung und Analyse durch externe Unternehmen auf die Kunden. Stellvertretend für die Branche seien die drei großen Gesellschaften Allianz Global Investors (AGI), LBBW Asset Management und Union Investment abgemahnt worden, schrieb«Handelsblatt Online» weiter. Die Unternehmen hätten dem Blatt die Abmahnung bestätigt, sich aber zunächst nicht weiter dazu äußern wollen.

Basis für die Aktion sei eine Untersuchung der Prospekte der 50 volumenstärksten Fonds für deutsche Privatkunden. Dem Bericht zufolge entdeckten die Verbraucherschützer knapp 60 Gebührenarten. Im ersten Jahr seien wegen des Ausgabeaufschlags selbst zweistellige Kostenquoten möglich, in den Folgejahren Gebühren von mehr als zwei Prozent üblich. Die hohen laufenden Kosten machenanspruchsvolle Renditeziele oft zunichte.

Als Anleger selbst kann man auch etwas tun. «Man kann mit der eigenen Bank durchaus Rabatte aushandeln», sagte Pamela Bantle von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Anleger sollten sich schon bei der Beratung möglichst umfassend über alle anfallenden Kosten informieren, riet Bantle. Wer zudem richtig mit seiner Bank verhandle, könne oft die Höhe der Ausgabeaufschläge noch senken.

Ausgabeaufschläge werden beim Kauf eines Fonds fällig und betragen bei Aktienfonds durchschnittlich 5 Prozent. Bei vielen Direktbanken sei diese Gebühr zudem niedriger, sagte die Verbraucherschützerin. In diesem Fall werde der Fonds aber ohne persönliche Beratung über das Internetangebot der Direktbank erworben.

Bei den laufenden Kosten hätten Anleger aber kaum Gestaltungsspielraum, sagte Bantle. Für Aktienfonds verlangten viele Fondsgesellschaft durchschnittlich 1,5 bis 2 Prozent Gebühren. «Begründet wird das mit dem aktiven Management der jeweiligen Produkte.» Zwar gebe ein solches Management eine gewisse Sicherheit, doch damit sei nicht gewährleistet, dass sich die Fonds tatsächlich besser als der Markt entwickelten. «Langfristig ist das oft nicht der Fall.»

Billiger als aktive Fonds seien passive Fonds, die sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Diese würden an der Börse gehandelt. Dadurch entfiele in der Regel der Ausgabeaufschlag. Zudem würden ETFs, die meist bestimmte Indizes wie etwa den DAX nachbildeten, nicht aktiv verwaltet und seien dadurch günstiger. «Die laufenden Kosten liegen hier im Durchschnitt bei 0,5 Prozent.»

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