Archivierter Artikel vom 17.02.2011, 22:50 Uhr
München

Verbands-Machtwort: Keine Doppelfunktion von Krupp

Machtwort gesprochen, Machtkampf beendet: Uwe Krupp soll nach dem Willen von DEB-Präsident Uwe Harnos ein für alle mal nicht Eishockey-Bundestrainer bleiben.

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Keine Doppelfunktion
Uwe Krupp soll nach DEB-Angaben keine Doppelfunktion ausüben.

«Standpunkt des Präsidiums ist es, über eine Doppelfunktion von Uwe Krupp nicht nachzudenken», sagte der Vorsitzende des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) über die Zukunft von Krupp, der nach der WM im Mai in der Slowakei zu den Kölner Haien wechselt. «Wir gehen davon aus, bis nach der WM einen Nachfolger bekannt geben zu können, der die Arbeit so weiter führt», sagte Harnos. Mit der Klarstellung soll auch Harnos' Streit mit Generalsekretär Franz Reindl über Krupps Nachfolge ad acta gelegt werden.

Krupp, der das DEB-Team bei der Heim-WM im vergangenen Jahr sensationell auf Platz vier und damit zum besten Ergebnis seit 1953 geführt hatte, liebäugelte trotz seines Wechsels zu den Haien zuletzt mit einem gleichzeitigen DEB-Engagement. Reindl hatte zuvor eine Doppelfunktion nicht per se ausgeschlossen und sich damit den Ärger von Harnos zugezogen. Eine Vereinbarung mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schließt eine Doppelfunktion aus. Zuletzt war Hans Zach zwischen 2002 und 2004 Haie-Coach und Bundestrainer in Personalunion. «Diese Diskussion war unnötig wie ein Kropf», urteilte Harnos.

Harnos stellte auch klar, dass Krupps Nachfolge keinesfalls wie von Reindl gefordert bis zum WM-Beginn im Mai geklärt sein müsse. Der DEB sah sich offensichtlich aufgrund der anhaltenden Diskussion um die Nachfolge und der Dissonanzen zu der Stellungnahme genötigt.

Reindl pflichtete Harnos offiziell nun bei, dass bei der Suche nach einem Nachfolger keine Not bestünde. «Wir haben keinen Zeitdruck», sagte Reindl, der bei der WM in der Slowakei eigentlich alle möglichen Nebengeräusche verhindert haben wollte. «Das habe ich damals gesagt», kommentierte Reindl seine Aussagen von Ende Januar.

Wie schon der Sportdirektor am Vortag, versuchte auch Harnos am Donnerstag den Eindruck zu korrigieren, Reindl stünde beim DEB vor dem Aus, weil dessen im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde. «Das aktuell gewählte Präsidium hat lediglich formell einer automatischen Verlängerung der alten Regelungen auf unbestimmte Zeit widersprochen, um neue Vertragsinhalte an neue Notwendigkeiten zu verhandeln.» Dies sei, so Harnos, «ein ganz normales Vorgehen».

Die Gespräche über einen neuen Vertrag laufen nun ebenso wie die Suche nach einem Krupp-Nachfolger. Dies könne aber noch etwas dauern, obwohl laut Harnos erste Gespräche bereits geführt worden seien. Das Problem: Die neben Krupp eigentlichen Top-Favoriten Ralph Krueger (Assistent beim NHL-Team Edmonton Oilers) und Krupps Assistent Harold Kreis (Adler Mannheim) stehen ebenfalls noch unter Vertrag.