Archivierter Artikel vom 16.03.2011, 16:22 Uhr

Veranstalter sagen Japan-Reisen bis Ende April ab

Kiel/München (dpa/tmn) – Gebeco, Studiosus, Rewe: Die deutschen Reiseveranstalter haben wegen der atomaren Katastrophe in Japan alle Reisen in das Land bis Ende April abgesagt.

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«Nach den Nachrichten der vergangenen Tage möchten wir im Moment niemandem zumuten, nach Japan zu reisen», sagte Ury Steinweg, Geschäftsführer von Gebeco in Kiel. «Wir wissen einfach zu wenig.»

Auch Studiosus in München begründet die Absage mit der unübersichtlichen Lage und der radioaktiven Gefahr. JF Tours in Solingen verweist auf die Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das Ministerium warnt vor Aufenthalten im Nordosten der Insel Honshu und rät von nicht erforderlichen Reisen nach Japan ab. Alle Deutschen sollten aus dem Großraum Tokyo/Yokohama nach Osaka oder über Osaka ins Ausland ausweichen.

Die Rewe Bausteintouristik (Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen) bietet ihren Kunden an, ihre Japanreisen bis Ende Mai kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. Gebühren Dritter, zum Beispiel von Hotels oder Fluggesellschaften, würden aber an die Kunden weitergereicht, erklärte Sprecherin Antje Günther.

Wer seine Reise für Mai bei Studiosus gebucht hat, kann nur gratis umbuchen, für Stornos werden Gebühren fällig. Im Mai gebe es nach dem Ende der Osterferien wieder reichlich Alternativen, sagte Studiosus-Sprecher Frano Ilic. In China sei zu dieser Zeit Hochsaison, auch Nordindien biete sich als Ausweichziel an. Und natürlich stehen auch klassische Badeziele wie die Türkei oder Spanien zur Wahl.

Ury Steinweg vermutet, dass die meisten Urlauber lieber ihre Reise stornieren werden, als auf ein anderes Land umzubuchen – oder erst im Herbst nach Japan fliegen. «Für viele ist das eine Reise, die man einmal im Leben macht. Darauf haben manche lange gespart.»