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Köln

Van Gaal schimpft: «Schlechtestes Spiel»

dpa

Louis van Gaal schimpfte. Der stets nach Perfektion strebende Trainer des deutschen Rekordmeisters ließ nach dem 4:0 (2:0) seiner Münchner Bayern zum Auftakt des DFB-Pokals bei den fünftklassigen Amateuren des TSV Germania Windeck kaum ein gutes Haar an seinem Starensemble.

Unwirsch
Louis van Gaal fordert mehr von seiner Mannschaft.

«Das war das schlechteste Spiel in unserer Vorbereitung. Wir haben es nicht geschafft, scharf zu sein», kommentierte van Gaal die Leistung mit harscher Rüge. «Wir haben getan, was wir tun müssen.» Es war ein Pflichtsieg des Titelverteidigers und Rekordgewinners, mehr nicht. Doppelschläge von Miroslav Klose/Franck Ribéry (44./45. Minute) und Toni Kroos/Mario Gomez (84./85.) konnten vor der Erstrunden-Rekordkulisse eines Amateurvereins von 41 100 Besuchern in Köln nicht darüber hinwegtäuschen: Das war absolut glanzlos.

Zähes Ballgeschiebe, mangelnder Kombinationsfluss, unübersehbare und unerklärliche Schwächen, zu wenig Laufbereitschaft, zeitweise gellende Pfiffe von den Rängen – nein, Meisterliches war am Montag in van Gaals Meisterteam nicht zu erkennen vor dem Bundesliga-Auftakt am Freitag gegen den VfL Wolfsburg. «Wir haben ganz schlecht gespielt. Es war mühsam», hielt Klose fest.

Ein Fußballfest war es allenfalls für den NRW-Ligisten aus der 20 000-Einwohner-Kommune Windeck im nordrhein-westfälischen Rhein- Sieg-Kreis. Präsident Heinz Georg Willmeroth durfte sich nach dem «Jahrtausendspiel» über einen sechsstelligen Reingewinn «mit einer Zwei davor» freuen, für die kesse Elf von Heiko Scholz gab es Komplimente: «Sie haben hat 90 Minuten sehr diszipliniert gespielt. Dass wir so schlecht waren, war Windecks Verdienst», meinte van Gaal.

Der 59-Jährige neigte nachträglich dazu, den behäbigen Auftritt seiner Stars, von denen nur Arjen Robben, Ivica Olic und Daniel van Buyten fehlten, zu dramatisieren: «Wenn es für uns richtig dumm gelaufen wäre, hätten wir uns ordentlich blamieren können.» Hätte Windecks Michael Kessel nicht das Außennetz, sondern ins Schwarze (22.) getroffen – es hätte ein heißer Abend für den 15-maligen Cup- Gewinner werden können.

«Das wäre natürlich ein Traum gewesen», sagte Germanias früherer Erstliga-Profi Markus Kurth, der bei einem 1:0 «schon in der Kabine eine Pulle Schampus aufgemacht hätte». Es blieb beim Konjunktiv, Katja Ebsteins vor der Partie eingespielter Oldie von den Wundern, die es immer wieder gibt, war Wunschdenken. «Morgen klingelt der Wecker, und dann geht der Alltag wieder los», sagte Scholz, der mit Leverkusen 1993 Pokalsieger war. «Wir können alle stolz sein. Für den Amateurfußball war das eine Riesensache.» Doch von nun an heißen die Gegner Schermbeck, Rhynern oder Speldorf.

Am Ende stimmte auch van Gaal versöhnliche Töne an. «Es war eine gute Übung.» Die Köpfe seiner Profis seien schließlich das Wichtigste. Und diesbezüglich, so Sportdirektor Christian Nerlinger, sei vieles in Ordnung: «Wir sind geduldig und konzentriert geblieben. Und mit dem ersten Bundesligaspiel ist der Pokal Makulatur.»

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