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    Unzenberg im Pech: Halle bebt beim 7:8 im DFB-Cup

    Kein Teaser vorhanden

    Foto: B&P Schmitt

    "Klar bist du direkt nach dem Schlusspfiff bisschen enttäuscht. Aber wir haben das umgesetzt, was wir wollten. Wir haben nie aufgesteckt, wollten uns vor den Zuschauern nicht abschlachten lassen. Das war uns wichtig. Nach dem 7:6 hat die Halle gebebt, Riesenkompliment an die Fans", sagte Georg. Dieses 7:6 hatte er höchstselbst erzielt, 4:29 Minuten vor dem Ende. Allerdings bebte die Halle nur kurz, denn fast im Gegenzug erzielte Tamer Dönmez den Ausgleich. Das ging auch Unzenbergs Coach Markus Stelter zu flott. "Dass das 7:7 so schnell gefallen ist, war schade. Aber die Hamburger waren schon clever. Daniel hat toll gespielt, aber nicht nur er. Alle haben ihr Bestes gegeben, die Jungs können total zufrieden sein."

    Foto: B&P Schmitt

    Das waren sie auch, was sich bei der Ehrenrunde unter großem Beifall, den Sprechchören direkt im Anschluss und sicherlich auch bei der Feier im Anschluss, zu der Lars Herrmann gebeten hatte, zeigte. Herrmann, der am Samstag 24 Jahre jung wurde, wurde vor der Partie mit dem Torjägerpokal vom Regionalturnier ausgezeichnet. Gegen Team Yasar traf er nicht. Auch weil er Georgs Pfosten-Sechsmeter nicht selbst schießen wollte. "Ich war ja gefoult worden und dachte, Daniel macht ihn schon rein." Das tat der aber nicht. Es wäre das 3:4 aus Unzenberger Sicht gewesen. "Von daher war es egal", sagte Georg, "wir haben das Spiel auch so noch gedreht." Damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn die norddeutschen Futsalspezialisten führten nach 26 Minuten mit 6:3, Kapitän und Trainersohn Ali Yasar hatte zum zweiten Mal einen Drei-Tore-Vorsprung für die Gäste herausgeschossen. Das erste Mal war das bei 3:0 nach elf Minuten der Fall.

    1,74-Meter-Mann Marth ganz groß

    "Am Anfang hatten wir zu viel Respekt", wusste Herrmann. Aber selbst da war bereits zu erkennen, dass Unzenberg nicht chancenlos sein würde. Als Georg das 1:3 gelang war der Bann gebrochen, die Verkrampfung weg. Und das Publikum da. "Dass es hier so voll sein würde, hatten wir nicht erwartet. Das war eine tolle Atmosphäre. Vielleicht waren auch einige von uns etwas irritiert davon", mutmaßte Ali Yasar. David Berwecke war das definitiv nicht. Die Nummer sechs vom Team Yasar erweckte den Eindruck, als sei er mit dem Futsalball unter der Sohle geboren. Und vor allem entwickelte er Zug zum Tor, was dem einen oder anderen Kollegen bei aller technischen Finesse abging. "Normalerweise ist David noch stärker", sagte Trainer und Hauptsponsor Mustafa Yasar, der seit Samstag das eine oder andere graue Haar zusätzlich sein Eigen nennt. "Wir lieben ja das Einzelspiel. Manchmal vergessen wir dabei, dass wir auch Tore schießen müssen. Fast wäre es in die Hose gegangen."

    Dass Unzenberg so eine große Hürde auf dem Weg zum Final Four nach Lübeck Ende April sein würde, hatte Mustafa Yasar nicht gedacht. "Ich hatte mir das anders vorgestellt, aber wir haben angefangen zu tricksen und die Linie verloren. Und Unzenberg wurde immer größer." Vor allem Georg. Dass der nicht ganz groß wurde, dafür sorgte einer der Kleinsten: Christopher Mahrt, 1,74 Meterlang. Der 23-Jährige erzielte per Kopf das goldene Tor zum 8:7. "Dass ich ein Kopfballtor mache, kommt nicht oft vor. Das war Adrenalin pur. Wir haben Unzenberg nicht unterschätzt, sie haben das richtig gut gemacht", sagte der Mann, der unter anderem für den Wuppertaler SV in der 3. Liga spielte und nun wieder bei seinem Heimatklub Bergedorf 85 (Tabellenführer der Hamburger Oberliga) kickt. Gestern spielte er dort bereits wieder - gegen Pinneberg. Er ist wie fast alle im Team Yasar sowohl im Freien als auch in der Halle aktiv. "Manche Trainer sehen das nicht so gerne, meiner hat kein Problem damit", berichtet Marth.

    Kein Problem hatte auch Mustafa Yasar mit der Reise in den knapp 600 Kilometer entfernten Hunsrück. "Wir sind hier super aufgenommen worden, das Publikum war toll. Hans-Jürgen und Hans Christmann vom Verband haben viel für uns organisiert. Es hat sich gelohnt hierher zu fahren." Die nächste Reise wird nicht so weit. Der Schweicher Bernd Münchgesang, Mitglied des DFB-Ausschusses für Freizeit- und Breitensport, sprach bei der Siegerehrung zunächst völlig zurecht von "toller Werbung für den Futsalsport" und überreichte dann Ali Yasar das Ticket für Lübeck. "Wir gewinnen dort", meinte Mustafa Yasar. Den Unzenbergern dürfte es recht sein. Es würde ihre Leistung im Nachhinein noch mal aufwerten.

    Von unserem Redakteur

    Mirko Bernd

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