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Brachbach

Unterstützung aus der Heimat: Jackas Fans drücken beim Public Viewing die Daumen [Teil 3]

Jacqueline Lölling hat kreative Fans. Vor der Saison setzten sich die Mitglieder des Fanclubs „Höhwald-Blitz“ zusammen, texteten und komponierten. Das Ergebnis ist eine Fan-Hymne für die Skeletonpilotin aus Brachbach, die am Freitag und Samstag bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang auf die Jagd nach einer Medaille gehen wird.

Ein Gruppenbild mit „Jacka“ gehört für die Familie und den Fanclub der Skeletonpilotin immer dazu.  Foto: Rüdiger Popp
Ein Gruppenbild mit „Jacka“ gehört für die Familie und den Fanclub der Skeletonpilotin immer dazu.
Foto: Rüdiger Popp

Zu Hause in Brachbach werden ihre Fans beim Public Viewing in der Bärenschenke sitzen, mitfiebern und vielleicht auch singen: „Ohne Angst auf dem Eis, bis die Jacka ist auf eins. Wir stehen hier, jubeln dir, denn wir Fans stehen zu dir.“

Matthias Keuchel ist einer der treuen Anhänger von Deutschlands Medaillenhoffnung. „Die Idee zu dem Lied entstand aus einer Bierlaune heraus“, erzählt der Brachbacher. Der Fanclub mit seinen rund 30 Mitgliedern hatte sich überlegt, für die neue Weltcupsaison etwas Besonderes zu machen. „Jeder Fußballverein hat eine Hymne“, erklärt Keuchel und fragt: „Warum also nicht auch Deutschlands beste Skeletonpilotin?“ Das Lied wurde beim Weltcuprennen in Winterberg, das ihre „Jacka“ gewann, sogar über Lautsprecher gespielt. „Wir haben einen guten Kontakt zum Bahnsprecher“, sagt Keuchel und lacht.

Foto: Rüdiger Popp

Foto: Rüdiger Popp

Dieser gute Kontakt kommt nicht von ungefähr: Denn überall, wo der Fanclub von Jacqueline Lölling bei den Rennen auftaucht, ist er willkommen, weil er für positive Stimmung und ordentlich Rabatz sorgt. Lautstark, aber auch immer fair den anderen Pilotinnen gegenüber. „Wir jubeln für alle Sportler“, betont Keuchel. Denn die Fans haben großen Respekt vor dem Mut und dem Tempo, mit dem „Jacka“ und ihre Konkurrentinnen die Bahnen bäuchlings und mit dem Kopf voraus die Eisbahn hinuntersausen. „Die Stimmung, die wir machen, wird von den Veranstaltern honoriert. Sie sprechen scherzhaft von Eskalationsmodus.“

Immer mit im Gepäck haben die Anhänger die passenden Utensilien, wie Banner und Schals. Gegründet wurde der Fanclub vor der Weltmeisterschaft 2015 auf Löllings Hausbahn in Winterberg. Bei diesen Titelkämpfen wurde die Brachbacherin Zweite. Ein Jahr später belegte sie bei der WM Platz neun – „bevor sie dann 2017 ganz nach oben geschossen ist“, wie es Keuchel formuliert. Der Titelgewinn bei der WM am Königssee ist für den Fanclub bislang der Höhepunkt gewesen. Der 51-Jährige erinnert sich gerne daran zurück: „Wir waren alle begeistert, das war überwältigend, allein von den Eindrücken her. Eine Wahnsinnsleistung von ,Jacka'.“ Die Partystimmung schwappte auf die Heimat über: Mit dem „Hübbelbummer“ wurde die Weltmeisterin und Gewinnerin des Gesamtweltcups durch Brachbach kutschiert und von den Fans gefeiert. „Der ganze Ort war auf den Beinen.“

Der Kontakt zur Sportlerin ist eng. „Sie ist herzlich, sympathisch und offen, immer bereit für ein Gespräch“, erzählt Keuchel. Lölling bindet ihre Fans ein, gewährt Einblicke in Training und Befindlichkeit. Das schafft Nähe: „Dann fiebert man noch mehr mit.“ Keuchel arbeitet als kaufmännischer Angestellter. Er interessiert sich für Fußball und Leichtathletik und seit „Jackas“ ersten Erfolgen in der Jugend eben auch für Skeleton. „Es ist famos, die Rennen und die Sportler so hautnah zu erleben.“

Foto: Rüdiger Popp

Foto: Rüdiger Popp

Inzwischen sind die Fans zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen. „Wir lieben alle diesen Sport und freuen uns darauf, andere Regionen kennen zu lernen.“ Die Olympischen Winterspiele in Südkorea sind dann aber doch zu weit entfernt von Brachbach, um mal eben live vor Ort zu sein. Der Fanclub „Höhwald-Blitz“ drückt stattdessen in der Heimat die Daumen und hat ein Public Viewing organisiert – dessen Plätze im Nu ausgebucht waren. Die Vorfreude auf das olympische Rennen von Jacqueline Lölling ist schon seit Tagen riesengroß. „Wir fiebern dem Wettbewerb entgegen“, sagt Keuchel und macht auch aus den Erwartungen und Hoffnungen der treuen Anhänger kein Geheimnis: „Wir trauen ihr zu, aufs Podium zu fahren und hoffen auf eine Medaille. Von mehr darf man träumen.“

Von unserer Mitarbeiterin Claudia Geimer

Auf dem Weg zu Gold

Skeletonpilotin Jacqueline Lölling aus Brachbach gehört im südkoreanischen Pyeongchang zu den großen deutschen Goldhoffnungen. Bis zu ihrem Wettkampf stellen wir die 23-Jährige, ihren Werdegang und ihr Umfeld vor.

Teil 1: Das Abenteuer beginnt
Teil 2: Der Weg nach oben
Teil 3: Der große Rückhalt
Teil 4: Der Bundestrainer
Teil 5: Die Vertraute
Teil 6: Die Materialfrage
Teil 7: Der große Tag

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Schnörzen, Dotzen oder Gribschen - Wer tut's noch?

Nach dem Martinszug ziehen die Laternenkinder mit ihren Eltern nochmal los. Sie klingeln an Haustüren, singen Martinslieder und bekommen dafür Mandarinen, Nüsse oder Süßigkeiten. Dieser Brauch heißt je nach Region Schnörzen, Dotzen oder Gribschen. Aber gibt es diese Tradition überhaupt noch?

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