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    Bonn

    Unterschiede zwischen Eiern nicht mit bloßem Auge erkennbar

    Konventionelle Eier, die als Bio-Eier verkauft werden. Hennen, die entgegen der Richtlinien in Massen gehalten wurden. Noch ist die Dimension des aktuellen Eierskandals nicht abzusehen. Lässt sich an Aussehen und Geschmack die Herkunft eines Eis erkennen?

    Ein Ei gleicht dem anderen
    Ein Ei gleicht dem anderen: Unterschiede zwischen Bio- und konventionell erzeugten Eiern sind mit bloßem Auge nicht auszumachen.
    Foto: Peter Steffen – DPA

    Bio-Eier und konventionell erzeugte Eier unterscheiden sich kaum in Aussehen, Geschmack und Nährstoffgehalt. «Es hängt ganz stark vom Futter und auch vom Auslauf ab, wie die Nährstoffzusammensetzung ist», sagt Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Dabei sei es egal, ob das Ei von einer Bio-Henne oder von einer aus Freilandhaltung gelegt worden sei. «Wenn die Hühner im Sommer Grünfutter bekommen, dann ist die Nährstoffzusammensetzung in ganz kleinem Rahmen eine etwas andere, als wenn sie nur Trockenfutter bekommen.» Dieser Unterschied sei so marginal, dass es für den menschlichen Körper überhaupt keine Rolle spielt. Auch in der Futterzusammensetzung seien die Unterschiede so gering, dass sie unbedeutend seien.

    Geschmack und Optik von Eiern sind laut Seitz ebenfalls abhängig vom Futter. Beides habe außerdem mit der Hennenart zu tun. Doch auch dabei könne nicht zwischen bio und konventionell unterschieden werden, betont der Ernährungsexperte. Denn auch ein konventioneller Eiererzeuger verfüttere Grünfutter, wenn er es günstig erwerben könne. «Tatsache ist, wenn Sie Grünfutter zufüttern und da sehr viel Provitamin A dabei ist, dann ist das Eigelb etwas gelber.» Das sei sozusagen der Unterschied zwischen Sommer- und Wintereiern. Auch unterschiedlich gefärbte Schalen sagten nichts über die Art der Erzeugung aus, sondern hätten lediglich mit den Hühnerrassen zu tun.

    Beim Futter gebe es für Bio-Hennen allerdings etwas strengere Vorschriften. Sie dürfen laut Seitz keine gentechnisch veränderten Futtermittel bekommen, und auch Sojaimporte seien sehr selten im Biobereich zugelassen. «Freilandhühner beispielsweise picken auch alles Mögliche auf und können auch mal einen Wurm essen, das können Hennen in Volierenhaltung natürlich nicht.» Allerdings bekämen auch diese Tiere manchmal Grünfutter, das sei schließlich nicht verboten. «In der Praxis gibt es da sehr unterschiedliche Vorgehensweisen, das ist aber wirklich von Erzeuger zur Erzeuger unterschiedlich.»

    Zwar trägt jedes Ei einen Stempel, der seine Herkunft rückverfolgbar macht. Wenn dabei jemand betrügen wolle, könne er das aber, sagt Seitz. Zum Glück würden viele Fälle von der Lebensmittelkontrolle aufgedeckt. Aber abgesehen davon gilt: «Der Verbraucher hat im Prinzip überhaupt keine Chance, an den Eiern selbst zu erkennen, ob es ein Bio-Ei ist oder aus Volierenhaltung oder ob es beispielsweise aus Polen, den Niederlanden oder aus Ostwestfalen stammt.»

    aid-infodienst zu Bio-Eiern

    Wann wird ein Ei zum «Bio-Ei»?

    Futter, Haltung und Belegdichte im Stall sind unter anderem entscheidend dafür, ob ein Ei nach ökologischen Kriterien produziert wurde. Das natürliche Verhalten der Hühner steht hier im Vordergrund. Bio-Legehennen müssen nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung grundsätzlich mit Biofutter ernährt werden. Was erlaubt ist, regeln die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Gentechnisch veränderte Futtermittel sind zum Beispiel untersagt. Auch Käfighaltung ist tabu. Dafür gehören Sitzstangen, Sandbäder sowie Ein- und Ausflugklappen zum Standard.

    Auf einem Quadratmeter Fläche (ohne Wege) leben höchstens sechs Bio-Hennen, maximal 3000 pro Stall. Zum Vergleich: Im konventionellen Bereich dürfen bis zu zwölf Tiere pro Quadratmeter gehalten werden. Rund ein Drittel ihrer Lebenszeit können die Bio-Hennen im Freien verbringen, wo Bäume oder Sträucher Schutz zum Beispiel vor der Sonne bieten. Wie bei der konventionellen Freilandhaltung ist pro Tier eine Auslauffläche von mindestens vier Quadratmetern vorgesehen. Geregelt ist auch die Nachtruhe der Öko-Legehennen: Sie haben ein Recht auf mindestens acht Stunden Dunkelheit – ohne Tageslicht oder künstliche Beleuchtung im Stall.

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    Andreas Egenolf 

     

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