Archivierter Artikel vom 11.05.2011, 15:22 Uhr
Berlin

Unternehmer muss müffelnden PVC-Boden entfernen

Wenn der PVC-Boden stinkt, sollten Bauherren die zuständige Firma sofort rügen. Diese hat dann Zeit zum Nachbessern. Passiert nichts, kann es sein, dass der Streit vor dem Gericht endet.

Eine Baufirma hat zu gewährleisten, dass der PVC-Boden mängelfrei – also geruchsneutral – verlegt wird, wie die Arbeitsgemeinschaft (Arge) für Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) in Berlin mitteilt. Müffelt es, hat das Unternehmen das Recht, binnen einer gesetzten Frist nachzubessern – sprich im Zweifelsfall alles wieder aufzureißen. Für den Zeitrahmen gebe es keine Vorgaben, erklärt die Arge-Sprecherin Eva Reinhold-Postina. Sie rät, zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen. Im Zweifel könne die Beschwerde per Post geschickt werden.

Sollte der Vertragspartner sich weigern, den Boden zu erneuern, kann auch ein Angebot einer zweiten Firma eingeholt werden. Wie Reinhold-Postina erläutert, muss dann der Verursacher die Kosten im Voraus zahlen. Geschieht dies nicht, landet der Streit vor Gericht.

Von PVC-Böden können dem DAV nach erhebliche Geruchsbelästigungen ausgehen, weil das Material die in Beton und Estrich eines Neubaus vorhandene Restfeuchtigkeit nicht entweichen lässt. Eine chemische Reaktion zwischen der Feuchte, dem Kleber und dem PVC löse den Gestank aus. Bauherren können laut DAV ihr Recht geltend machen, egal ob ein Verlegefehler vorliegt oder das Material die Ursache ist.