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    Frankfurt/Main

    Unternehmen Olympia: Kisten über Kisten und 800 Taschen

    Rucksackreisen sind was anderes: Die Logistik für 153 Olympia-Teilnehmer und einen Dachverband ist vor den Spielen in Sotschi eine Herausforderung.

    Cheflogistiker
    Frank Kaiser kümmert sich beim DOSB um den Transport.
    Foto: privat/dpa

    Getränke «für alle Fälle» hat Frank Kaiser auch einpacken lassen. Schließlich peilt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei den Olympischen Winterspielen 30 Medaillen an. «Wenn das Fell des Bären erlegt ist, werden wir den Jägern auch etwas anbieten können», verspricht der 36-Jährige, für den das Unternehmen Sotschi bereits vor vielen Monaten begonnen hat. Kaiser ist beim Dachverband für Logistik und Transport verantwortlich. Eine Mammutaufgabe: Etwa 1900 Frachtstücke, knapp 70 Kubikmeter groß und 50 Tonnen schwer, müssen nach Russland verschickt werden, damit die 153 deutschen Olympia-Teilnehmer perfekt ausgerüstet sind.

    «Wir wollen die Rahmenbedingungen so ideal wie möglich gestalten und den Sportlern so viel wie möglich abnehmen», sagt der Referent für Veranstaltungskoordination, der derzeit im Olympischen Dorf von Sotschi das DOSB-Büro aufbaut und die erste Fracht entgegennimmt. Die wird in der Cargo City Süd des Frankfurter Flughafen verladen, unter der Obhut von Schenker: Das Unternehmen war bereits bei den Spielen 1972 offizieller Spediteur des Olympia-Teams.

    Der finanzielle Aufwand für Packerei, Verladung und Verschickung ist in den 6,4 Millionen Euro Entsendungskosten enthalten, die sich DOSB und Bund für Einkleidung, Flüge und Transport teilen. Verschickt werden unter anderem die rund 800 zur offiziellen Einkleidung gepackten Reisetaschen der Athleten, die Mannschaftapotheke, das zwei Meter große Maskottchen Trimmy, 10 Bob-, 17 Schlitten- und 10 Skeleton-Kisten, unzählige Skisäcke, Ergometer für die Eisschnellläufer und mehr als ein Dutzend Massagebänke. «Dabei ist auch eine Schleifmaschine, 1,2 Tonnen schwer. Die ist als Gefahrengut deklariert, obwohl man nur Ski damit schleifen kann», erzählt Kaiser. «Die Zollformalitäten haben uns einige Nerven gekostet.»

    Mit der russischen Bahn wurden außerdem 21 Zwanzig-Fuß-Container für das Deutsche Haus nach Sotschi gebracht, darunter sind zwei komplette Almhütten, Parkettfußboden und Teppichböden, Medientechnik sowie sämtliche Möbel. Der Transport von Mensch und Material zum größten Sportspektakel der Welt hatte vor Kaiser Achim Bueble verantwortet - für 17 Olympische Spiele, bei zehn war er auch vor Ort. Der heutige Rentner hat einiges erlebt. 2008 war er in Peking Herr über den Fuhrpark für die deutsche Mannschaft mit 60 Fahrern - «und keiner sprach Englisch».

    2006 in Turin kam der Koffer von Eissschnellläuferin Jenny Wolf nicht an, die Sportlerin war in Tränen aufgelöst und der DOSB-Mann verbrachte die Nacht weitgehend am Flughafen, bis das Gepäckstück mit den Kufen auftauchte. Am schwierigsten sei der Transport von Pferden zu Sommerspielen. «Zum Glück ist Eispolo, was ja in der Schweiz gespielt wird, nicht olympisch», meinte Bueble mal.

    Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind die Transportbestimmungen beispielsweise für Schlittschuhkufen oder Waffen, wie sie die Biathleten benutzen, verschärft worden. «Der Sicherheitsaufwand hier in Sotschi ist sehr groß, das hat auch unsere Arbeit beeinflusst», sagt Cheflogistiker Kaiser.

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