Archivierter Artikel vom 23.06.2010, 17:26 Uhr

Uni-Studie: Auch Männer können kaufsüchtig werden

Friedrichshafen (dpa) – Männer sind für Kaufsucht genauso anfällig wie Frauen – das ergab jedenfalls eine am Mittwoch (23. Juni) veröffentlichte Studie der Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee.

Prof. Peter Kenning vom Lehrstuhl für Marketing untersuchte mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen die Gehirnaktivitäten von Männern, die starke Tendenz zur Kaufsucht aufwiesen. Die Probanden sollten verschiedenen Markenlogos auf ihre Attraktivität beurteilen. Bei dieser Aufgabe wurden ihre Gehirnaktivitäten gemessen. Als Kontrollgruppe dienten Männer, die keine Tendenz zur Kaufsucht hatten

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die potenziell kaufsüchtigen Männer deutlich stärkere Aktivitäten in den Gehirnarealen des Belohnungssystems aufwiesen. «Sie reagierten mit erhöhter emotionaler Erregung und Belohnungserwartungen auf die gezeigten Marken», hieß es.

Die Reaktionen erfolgten in den gleichen Hirnbereichen, die auch eine zentrale Rolle bei anderen Suchtverhalten spielen. «Mit unserer Studie konnten wir erstmals nachweisen, dass Kaufsucht kein reines Frauenproblem ist. Männer sind davon stärker betroffen als allgemein vermutet», sagte Prof. Kenning. Bislang seien Studien in Deutschland davon ausgegangen, dass besonders Frauen anfällig für Kaufsucht seien.

Uni: www.zeppelin-university.de