Archivierter Artikel vom 29.07.2011, 12:24 Uhr
Budapest

Ungarn-Training: Vettel 5. – Alle Jäger schneller

Warnschuss für den Weltmeister: Sebastian Vettel hat auch in Ungarn die neue Stärke seiner Verfolger zu spüren bekommen. Im Freitagstraining auf dem Hungaroring waren alle seine WM-Rivalen schneller als der Formel-1-Spitzenreiter.

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Hintendran
Im Training von Ungarn blieb Sebastian Vettel eine Trendwende noch schuldig.
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Aggressiv
Trotz Bestzeit unterlaufen auch Lewis Hamilton ein paar Fahrfehler.
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Für Vettel reichte es nur zur fünftbesten Zeit. Die Top-Runde in beiden Übungseinheiten fuhr McLaren-Pilot Lewis Hamilton, der den Schwung seines Sieges auf dem Nürburgring in die Puszta mitgenommen hat.

Hektik
Die Techniker von McLaren-Mercedes wollen während des Trainings bei Hamiltons Stopp wenig Zeit verlieren.
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Auch Ferrari-Star Fernando Alonso, Jenson Button im zweiten McLaren und Red-Bull-Rivale Mark Webber ließen Vettel hinter sich. «Es war ein schwieriger Tag, es wird eng hier», bekannte der 24-Jährige und forderte: «Wir müssen noch einen Schritt nach vorn machen, damit wir ganz vorn mitreden können.»

Vorgelegt
Lewis Hamilton hinterließ bei der ersten Testfahrt den schnellsten Eindruck.
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Mehr als eine halbe Sekunde fehlte dem Deutschen am Ende auf Hamiltons Tagesbestzeit von 1:21,018 Minuten. Eine kleine Handverletzung sei nicht der Grund für den Rückstand gewesen, versicherte Vettel. «Das ist nur ein Kratzer, nichts Schlimmes. Man verletzt sich halt manchmal», sagte der WM-Führende. Dennoch: Der Druck auf Vettel und sein Team wächst. Vorjahressieger Webber ging schon am Vormittag zu viel Risiko, krachte in Kurve neun in die Streckenbegrenzung und verlor seinen Frontflügel.

Besprechung
Sebastian Vettel (r) diskutiert über die richtige Einstellung seines Rennautos.
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Noch aber wollen Vettels Jäger nicht so recht an ein Ende der Red-Bull-Dominanz glauben. «Ich weiß, dass wir definitiv nicht das schnellste Auto hier haben», beteuerte Hamilton. Auch Alonso gab sich vorsichtig. «Red Bull ist für mich immer noch Favorit», sagte der Spanier, der am Freitag seinen 30. Geburtstag feierte.

Eilig
Am Steuer kann der Weltmeister seinen Red Bull aber nicht zur Bestzeit treiben.
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Doch die Phase der Leichtigkeit zu Beginn der Saison, als Vettel und Webber die Rivalen in Serie düpierten und mit weitem Abstand die Zeitentabellen anführten, scheint vorbei. Zumindest hat der Champion noch sein sattes Punktepolster. Mit 216 Zählern liegt Vettel vor dem elften Saisonrennen am Sonntag 77 Punkte vor seinem Stallrivalen. Fünf Punkte hinter Webber rangiert Hamilton auf Rang drei, mit vier weiteren Zählern Abstand folgt Alonso.

Angesteuert
Fernando Alonso bei der Anfahrt zu einem Boxenstopp.
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Nur neun Rennen bleiben der Konkurrenz noch, um den scheinbar schon sicheren zweiten Triumph des Titelverteidigers zu vereiteln. «Das Beste für uns wäre ein starker McLaren, der Vettel Punkte wegnimmt», erklärte Alonso. Die starke Leistung des britischen Teams am Freitag nährte diese Hoffnung. Schon zweimal hat Hamilton auf dem Hungaroring gewonnen.

Rekordsieger auf dem 4,381 Kilometer langen Kurs ist indes Michael Schumacher, der hier bereits viermal triumphierte. Ein fünfter Erfolg erscheint in diesem Jahr allerdings ausgeschlossen. Mit klarem Rückstand wurde der 42-Jährige am Freitag Achter, direkt hinter seinem Mercedes-Kollegen Nico Rosberg.

Nach einer Reihe von Rückschlägen hat der Rennstall schon vor der Sommerpause seinen Umbruch forciert und sucht eine Reihe von Fachkräften für die Entwicklung des neuen Silberpfeils. «Wir haben schon das Gefühl, dass wir da vorankommen», sagte Motorsportchef Norbert Haug der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Mit Blick auf das Training musste Haug indes bilanzieren: «Wir sind noch nicht, wo wir sein wollen.»

Force-India-Pilot Adrian Sutil fuhr in der Gesamtrechnung auf Rang zehn. Nick Heidfeld, der am Vormittag Ersatzfahrer Bruno Senna sein Lotus-Renault-Cockpit überlassen musste, kam auf Platz 14. Für Timo Glock war im unterlegenen Marussia-Virgin erneut nicht mehr als Rang 21 drin.