Archivierter Artikel vom 14.07.2011, 19:36 Uhr
Stuttgart

Überraschung: Stebe in Stuttgart im Viertelfinale

Er ist erst 20 Jahre alt, wohnt nur 15 Minuten von der Anlage entfernt und hält zumindest die Hoffnung auf den ersten deutschen Sieg auf dem Weissenhof seit 20 Jahren am Leben: Cedrik-Marcel Stebe hat als einziger deutscher Tennisprofi das Viertelfinale in Stuttgart erreicht.

Lesezeit: 2 Minuten
Überraschung
Cedrik-Marcel Stebe steht im Viertelfinale.
Foto: DPA

Nach Ex-Weltmeister Nikolai Dawidenko (Russland) besiegte der 197. der Weltrangliste beim Sandplatzturnier auch den French-Open-Viertelfinalisten Fabio Fognini aus Italien mit 7:6 (7:5), 6:4.

«Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier auf dem Center Court zu spielen und auch noch zu gewinnen. Das ist ja wie ein Heimspiel für mich», sagte der Youngster aus Vaihingen/Enz. Nach einer Spielzeit von 2:26 Stunden verwandelte Stebe seinen ersten Matchball gegen den 158 Weltranglisten-Plätze besser postierten Italiener. «Ich bin sehr nervös gewesen, die Anspannung war sehr hoch. Aber ich habe phasenweise auch sehr gutes Tennis gespielt», meinte er.

Sein Viertelfinal-Gegner ist die Nummer 55 der Welt, Pablo Andujar aus Spanien. «Ihn habe ich letztes Jahr schon in Oberstaufen geschlagen. Ich hoffe, dass es für mich noch weitergeht hier», sagte Stebe. «Aber ich habe nichts zu verlieren. Ich habe schon sehr viel erreicht in diesem Turnier. Denn eigentlich wollte ich nur hierherkommen und gutes Tennis spielen.»

Alle anderen sechs deutschen Spieler waren bei diesem mit 450 000 Euro dotierten Sandplatz-Wettbewerb bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Der letzte deutsche Sieger in Stuttgart war Michael Stich, der 1991 im Jahr seines Wimbledon-Triumphes auch das Finale auf dem Weissenhof gegen den Argentinier Alberto Mancini gewann.

Wirklich übermächtige Gegner braucht auch Stebe nicht mehr zu fürchten. Denn die Favoritenstürze setzten sich auch am Donnerstag fort. Der an Nummer drei gesetzte Russe Michail Juschni verlor am Abend das Spätspiel gegen den ehemaligen French-Open-Sieger Juan Carlos Ferrero aus Spanien mit 7:6 (8:6), 2:6, 2:6. Damit hat kein einziger der acht gesetzten Spieler das Viertelfinale erreicht.

Denn zuvor hatte auch der Spanier Guillermo Garcia-Lopez überraschend mit 6:4, 4:6, 3:6 gegen den Polen Lukasz Kubot den Kürzeren gezogen. Auch der Sieger von 2009 ist nicht mehr dabei. Jeremy Chardy aus Frankreich unterlag dem Kolumbianer Santiago Giraldo mit 6:1, 5:7, 4:6. Nur einen Tag nach seinem Sieg gegen Top-Favorit Gael Monfils verlor zudem der Rumäne Victor Hanescu mit 3:6, 6:7 (6:8) gegen Qualifikant Pavol Cervenak aus der Slowakei.