Archivierter Artikel vom 15.11.2010, 13:50 Uhr

TV-Quote: Saisonsieg für Vettel, aber kein Rekord

Köln (dpa). Besser hätte es für RTL kaum laufen können: Michael Schumacher gibt am Anfang der Saison sein Comeback – und am letzten Renntag feiert Sebastian Vettel den WM-Sieg.

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Die Formel 1 bescherte dem TV-Sender nach schwierigen Jahren endlich wieder steigende Quoten und den besten Wert seit 2006. Von den Rekordzahlen der «Schumi-Mania» ist RTL allerdings weit entfernt.

Dank Vettels Sieg brauste RTL der TV-Konkurrenz am Sonntag wieder davon: Mehr als die Hälfte aller deutschen Fernsehzuschauer sahen am Nachmittag das entscheidende Rennen in Abu Dhabi. Durchschnittlich 10,27 Millionen Menschen schauten die Live-Übertragung mit Vettels Triumph, was einem Marktanteil von 52 Prozent entspricht. Bei der Zieldurchfahrt des neuen Weltmeisters um 15.43 Uhr schauten sogar 12,21 Millionen zu.

«Die Auto-Nation Deutschland hat einen neuen Helden», jubelte RTL-Sportchef Manfred Loppe. Er darf dank Vettel auch in der Zukunft auf starke Quoten hoffen. Doch vom absoluten Spitzenwert der Formel 1 sind die aktuellen Quoten noch weit entfernt. Die Rekordmarke wurde am 26. Oktober 1997 aufgestellt, als durchschnittlich 15,41 Millionen das Rennen in Jerez sahen und für einen Marktanteil von 68 Prozent sorgten.

Vor neun Jahren, auf dem Höhepunkt der «Schumi-Mania», schalteten sonntags regelmäßig 10,44 Millionen bei der Formel 1 ein. Danach halbierte sich das durchschnittliche Interesse auf 5,14 Millionen (2008) und lag im Vorjahr bei 5,21 Millionen.

«Durchschnittlich über eine Million Zuschauer mehr als im Vorjahr bedeuten einen rasanten Aufwärtstrend, der seinesgleichen im TV-Sport sucht», kommentierte Loppe. «Wir blicken sehr optimistisch auf die kommende Saison», sagte der RTL-Sportchef. Er setzt auf die «mit Sicherheit erstarkten Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg» und die Jagd auf den neuen Weltmeister.

RTL wird auch in der kommenden Saison alle Rennen übertragen, der TV-Vertrag gilt noch bis Ende 2011. Anders sieht die Situation bei Sky aus, denn der Kontrakt des Pay-TV-Senders ist mit der abgelaufenen Serie beendet. «Wir sind derzeit in Verhandlungen», sagte ein Sprecher. Alle auslaufenden Verträge werden bei Sky überprüft. Dass der defizitäre Sender sich weiterhin den Luxus leistet, für nicht exklusive Rechte zu zahlen, scheint allerdings unwahrscheinlich.