Archivierter Artikel vom 13.04.2010, 12:42 Uhr
Frickenhausen

TT-Liga: Frickenhausen plant zweigleisig

Mit diesem Absturz hatte kein Tischtennis-Fan im «Ländle» gerechnet. Der TTC Frickenhausen, deutscher Meister von 2006 und 2007, beendete nach einer katastrophalen Rückrunde mit 0:18 Punkten die Saison in der Deutschen Tischtennis-Liga (DTTL) auf dem letzten Platz.

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Die Schwaben stehen sportlich als Absteiger fest, wollen sich damit aber nach 15 Jahren in der Bundesliga nicht so einfach abfinden. Vereins-Chef Rolf Wohlhaupter-Hermann sieht sein Lebenswerk in Gefahr. «Wir planen zweigleisig und haben die Lizenzierungsunterlagen beim DTTB eingereicht. Die sind so gut wie selten», kündigte Manager Jürgen Veith an. Nur wenn ein Club bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse durchfällt, kann Frickenhausen erstklassig bleiben. Eine Aufstockung der DTTL auf elf Vereine kommt nicht in Betracht. «Das ist nach den Statuten nicht möglich», erklärte Ligasekretär Jens Hecking auf Anfrage. Er sprach von einer «sehr ungewöhnlichen Situation» für den Ex-Meister.

In den vergangenen Jahren hatte die Ligenleitung oftmals große Mühe, überhaupt die Soll-Stärke von zehn Teams zu erreichen. Diesmal zieht der Traditionsverein TTC Jülich seine Mannschaft nach 33 Jahren zurück, dafür wollen aus der 2. Liga Nordmeister TTC Ruhrstadt Herne und Südvertreter TSV Gräfeling ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen. «Elf Vereine haben die Unterlagen eingereicht. Wir hoffen, bis Mitte Mai die Ergebnisse vorlegen zu können», sagte Hecking. Er ist der Vorsitzende der Lizenzierungskommission, der auch ein Jurist und ein Steuerberater angehören.

Frickenhausen muss einen Monat die Planungen doppelgleisig für die 1. und 2. Liga vorantreiben. Nationalspieler Bastian Steger wechselt nach Saarbrücken. Der Vertrag des Japaners Kenji Matsudaira gilt für die 1. Liga und auch für das Tischtennis-Unterhaus. Dort wird mit Sechser-Mannschaften gespielt. Für den Abstiegsfall will Trainer Qiu Jianxin deshalb seine beiden Söhne in das Team einbauen.

Als Hauptschuldiger für die sportliche Misere gilt im Neuffener Tal der bisherige Spitzenspieler Tan Rui Wu. Weil der gebürtige Chinese im Dezember verbotenerweise für einen Club in Afrika gespielt hatte, musste der TTC seiner Nummer eins kündigen. Frickenhausen hat Tan Rui Wu auf Schadenersatz verklagt – der Prozess wurde vertagt. Doch auch ohne den Chinesen hätte das Team mit Steger, Kosowksi, Matsudaira und dem Schweden Fabian Akerström eigentlich den Klassenverbleib schaffen müssen. «Wir haben nicht immer unser Potenzial abgerufen», räumte Veith selbstkritisch ein.