Archivierter Artikel vom 05.08.2010, 15:18 Uhr

Trotz Waldbränden: Brötchen bleiben erschwinglich

Frankfurt/Main (dpa/tmn) – Verbraucher müssen trotz aktueller Schwankungen auf den Rohstoffmärkten keine steigenden Brötchenpreise befürchten, meint Hartmut König, Leiter der Ernährungsabteilung der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt/Main.

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Brötchen beim Bäcker
Die Waldbrände in Russland haben viele Getreideanbauflächen vernichtet. Steigende Brötchenpreise sind dadurch aber nicht zu erwarten. (Bild: dpa)

«Es gibt Spekulationen, dass der Weltmarktpreis für Weizen hoch geht, aber da der Anteil der reinen Getreidekosten an einem Brötchen nur bei vier bis fünf Prozent liegt, hat dies keine Auswirkungen für den Verbraucher», erklärt König.

Auf sein Brötchen zum morgendlichen Kaffee muss deshalb niemand verzichten. Auch wenn derzeit die Waldbrände in Russland viele Anbauflächen von Getreide vernichten, gebe es keinen Grund zur Sorge, was den Kauf zum Beispiel von Weizenprodukten angeht, sagt König. «Es wird für den Kunden keine unmittelbare Preissteigerung geben», meint auch Agnes Scharl vom Deutschen Bauernverband in Berlin.

Aus ihrer Sicht haben höhere Kosten im Bereich der Energie deutlich stärkere Auswirkungen auf den Brötchenpreis als die derzeitigen Entwicklungen auf dem internationalen Getreidemarkt. Dort sind spürbar steigende Getreidepreise zu beobachten.

Auch hohe Produktions- und Arbeitskosten beeinflussten den Preis in größerem Ausmaß als die aktuellen Spekulationen und der Ernteausfall, ergänzt Ernährungsexperte König. Sollte die Nachfrage nach Weizen deutlich größer sein als das Angebot auf dem Weltmarkt, könnte dies letztlich steigende Preise auch für Getreideprodukte in Deutschland bedeuten. «Diese Situation erwarten wir aber nicht», sagt Hartmut König.