Archivierter Artikel vom 25.08.2010, 16:00 Uhr

Trio in der Pole-Position – Auszeit für Ballack

Düsseldorf (dpa). Drei Teams sind bereits am Ziel, drei weitere auf dem Sprung. Im Kampf um einen zusätzlichen Platz in der Champions League kann Fußball-Deutschland auf weitere Fortschritte hoffen.

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Leverkusen verzichtet auf einen Einsatz von Michael Ballack.

Nach dem Happy End der Bremer, die als «Gewinner» des Dramas von Genua neben den Bayern und Schalkern der Auslosung in der «Königsklasse» entgegenfiebern, wollen Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart den Sprung in die Gruppenphase der Europa League schaffen.

Alle drei Bundesligisten gehen aus nahezu idealer Ausgangslage in die Qualifikations-Rückspiele. Mit einem Bundesliga-Sextett ließe sich sogar Rang zwei in der UEFA-Fünfjahreswertung, mit deren Hilfe die internationalen Plätze vergeben werden, in Angriff nehmen.

Im Vorfeld der entscheidenden Partien sorgten Personalfragen für die Schlagzeilen. Besonders intensiv wurde über die Maßnahme von Trainer Jupp Heynckes diskutiert, im Spiel der Bayer-Elf beim ukrainischen Pokalsieger Tawrija Simferopol auf Michael Ballack zu verzichten. Denn der noch formschwache Neuzugang hatte unlängst seinen Wunsch auf möglichst viel Spielpraxis zur Verbesserung seiner Nominierungschancen für die DFB-Elf geäußert.

«Es tut ihm gut, wenn er regeneriert. Er soll neue Trainingsreize setzen, damit er am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach noch fitter wird», kommentierte Heynckes seine überraschende Maßnahme. Der 3:0-Erfolg im Hinspiel erleichterte dem Fußball-Lehrer die Entscheidung. Doch die Chancen für Ballack, an diesem Freitag zum Aufgebot für die EM-Qualifikationsspiele des WM-Dritten gegen Belgien und Aserbaidschan zu gehören, dürften damit gesunken sein.

Ähnlich wie beim Abflug der Leverkusener fehlte auch beim Reisestart der Dortmunder ins ferne Baku ein namhafter Profi. Die weiteste Europacup-Anfahrt der Clubgeschichte trat der Revierclub ohne Tamas Hajnal an. «Es ist klar, dass die Zeichen auf Trennung stehen. Wir sollten Tamas die Chance geben, den Markt zu sondieren», kommentierte BVB-Coach Jürgen Klopp die jüngsten Spekulationen um die Zukunft des Ungarn.

Ein Wechsel des wegen seines Reservistendaseins gefrusteten und zuletzt mit Hannover in Verbindung gebrachten Regisseurs scheint damit ausgemachte Sache zu sein. Die Nebengeräusche um Hajnal sollen die Konzentration auf die Partie bei Qarabag Agdam jedoch nicht stören. Trotz des Vier-Tore-Polsters nehmen die Borussen das Duell mit dem krassen Außenseiter aus Aserbaidschan nicht auf die leichte Schulter. «Wir wollen nicht Opfer eines Fußball-Wunders werden», warnte Kapitän Sebastian Kehl.

Weniger ideal, aber immer noch vielversprechend ist die Ausgangslage für Stuttgart. Nach dem 1:0 bei Slovan Bratislava scheint der Einzug in die Gruppenphase zum Greifen nahe. Doch der schwache Bundesliga-Auftritt der Schwaben in Mainz (0:2) hat für Verunsicherung gesorgt. Dennoch will Christian Gross beim Rückspiel in der Defensive keine Veränderung vornehmen und plant weiter ohne Nationalspieler Serdar Tasci, der zuletzt wegen angeblich fehlender Fitness zuschauen musste: «Änderungen in der Innenverteidigung sind nicht geplant», sagte der VfB-Trainer.