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    DernbachTrendsport Spikeball: Aus spitzem Winkel zum Erfolg

    Schere-Stein-Papier statt Münzwurf – beim Spikeball spielen die Hände schon beim Bestimmen des Angaberechts und der Startposition eine entscheidende Rolle. Der Trendsport erfreut sich vor allem in den USA zunehmender Beliebtheit, fristet in Europa allerdings noch ein Schattendasein. Der 1. Spikeball-Club Köln ist einer von nur zwei eingetragenen Vereinen in Deutschland, die sich dieser Sportart verschrieben haben und sie hierzulande bekannt machen wollen. Dabei sollen vor allem offene Turniere helfen, an denen jeder teilnehmen kann. So wie bei den „1. Westerwälder Spikeball Open“ auf der Beach-Anlage in Dernbach.

    Gefühl für den Ball zu haben, ist beim Spikeball entscheidend. Da kann es von Vorteil sein, wenn man wie Alexander Krippes (orangefarbenes Trikot) höherklassig Volleyball spielt.
    Gefühl für den Ball zu haben, ist beim Spikeball entscheidend. Da kann es von Vorteil sein, wenn man wie Alexander Krippes (orangefarbenes Trikot) höherklassig Volleyball spielt.
    Foto: Sabrina Rödder

    Das Spiel an sich ist schnell erklärt: Zwei Teams zu je zwei Personen schmettern sich einen kleinen Ball über eine Art Trampolin hinweg um die Ohren. Dabei dürfen sich die beiden Teamkollegen den Ball bis zu zweimal hin und her spielen, sprich den gegnerischen Angriff abwehren, den eigenen vorbereiten und abschließen – ganz so wie beim Volleyball. Doch das ist für Simon und Alexander Krippes auch die einzige Parallele zwischen beiden Sportarten. Zumal das Netz beim Spikeball eine Art zusätzlicher Mitspieler ist und nicht wie beim Volleyball ein zu überwindendes Hindernis darstellt.

    Die Brüder kommen aus Dernbach und stellten im 32 er-Feld eines von zwei heimischen Teams. Beide spielen leistungsorientiert Volleyball, Simon beim TV Bad Salzig in der Oberliga, Alexander sogar in der 2. Bundesliga bei TGM Mainz-Gonsenheim. Das nötige Ballgefühl bringen sie dadurch bereits mit, doch schon der Größenunterschied zwischen den Bällen erfordert eine gewisse Umgewöhnungszeit. „Beim Volleyball ist ein kräftiger Schlag immer eine gute Alternative“, sagt Alexander. „Beim Spikeball ist mehr der Winkel entscheidend, in dem der Ball auf dem Netz aufkommt.“

    Ball möglichst tief fallen lassen

    Kurzum: Je spitzer Ein- und Ausfallswinkel sind, desto weiter fliegt der Ball und desto schwerer fällt es dem Gegner, den Angriff zu kontrollieren. Den Ball also vor dem Abschluss möglichst tief fallen zu lassen, verspricht in der Regel einen guten Angriff – wobei dabei auch die Wahrscheinlichkeit zunimmt, das Netz zu verfehlen.

    Dieses Missgeschick passiert den Krippes-Brüdern an diesem Tag seltener als vielen anderen. Als Neueinsteiger in den Sport belegen sie bei den Westerwälder Open auf Anhieb den fünften Platz. Die beiden haben vorab „vielleicht zweimal“ trainiert und wollten zumindest nicht Letzter werden. Dass es letztlich für einen der vorderen Plätze gereicht hat, ist im Nachhinein nicht ungewöhnlich. „Man verbessert sich von Spiel zu Spiel“, merkt Simon Krippes an. „Gerade in Sachen Stellungsspiel kann man sich von den richtig guten Teams einiges abschauen.“

    Was hier aussieht wie das beliebte Rundlaufspiel beim Tischtennis, ist in Wirklichkeit viel mehr. Diese Erfahrung machen Simon (links) und Alexander Krippes (rechts) gegen das Spitzenteam von „Optik Boom“ mit David Friesen (Nummer 27) und Sören Herzog.
    Was hier aussieht wie das beliebte Rundlaufspiel beim Tischtennis, ist in Wirklichkeit viel mehr. Diese Erfahrung machen Simon (links) und Alexander Krippes (rechts) gegen das Spitzenteam von „Optik Boom“ mit David Friesen (Nummer 27) und Sören Herzog.
    Foto: Sabrina Rödder

    Eines dieser richtig guten Teams ist „Optik Boom“. David Friesen und Sören Herzog gehören zum Besten, was die europäische Spikeball-Szene zu bieten hat. Diese Bezeichnung ist Friesen zwar „ein bisschen zu viel“, doch welche wäre treffender für ein Duo, das zuvor all seine Turnierteilnahmen, darunter auch welche in Tschechien und Belgien, mit Siegen gekrönt hat? „Es war aber meistens sehr eng. Ich würde nicht sagen, dass wir jedes Mal hochverdient gewonnen haben“, gibt sich Friesen bescheiden, wenngleich er zugibt, dass es für ihn und Herzog bislang gut läuft. „Aber der Sport ist eben noch so klein, dass man gar nicht wissen kann, welche verborgenen Talente sonst noch so in Europa spielen und gar nicht an Turnieren teilnehmen.“

    Wie etwa Simon und Alexander Krippes. Denn das Vorrunden-Duell zwischen „Optik Boom“ und den Lokalmatadoren verlief ziemlich eng. Zumindest der zweite Satz. Nachdem Friesen/Herzog den ersten Durchgang noch überdeutlich für sich entschieden hatten, mauserten sich die Krippes-Brüder zu einem ebenbürtigen Gegner und unterlagen in Abschnitt zwei nur knapp mit 14:16. „Die Jungs haben echt schnell dazugelernt“, zollte David Friesen hinterher seinen Respekt. „Am Anfang schienen sie noch überrascht, weil Sören und ich unsere Abläufe eben drin haben. Irgendwann hatten sie sich dann aber darauf eingestellt und haben uns das Leben schwer gemacht.“ Zum Remis reichte es ebenso wenig wie zum Einzug ins Finale.

    Siegesserie „zerschmettert“

    Hier waren die Favoriten am Ende unter sich. Nicht zum ersten Mal standen sich in einem Endspiel „Optik Boom“ und ihre ärgsten Widersacher, die „Zerschmetterlinge“, gegenüber. Und doch lieferte diese Partie eine Premiere, denn zum ersten Mal behielten Lukas Schmandra und Stefan Reiff in einem Finale die Oberhand.

    Anders als noch in der Vorrunde, in der bei zwei fixen Sätzen (bis mindestens 15) auch Unentschieden möglich waren, brauchte es ab dem Achtelfinale zwei Gewinnsätze (bis mindestens 21), um ein Spiel zu gewinnen. Das Endspiel ging denn auch über die volle Distanz und mit 26:24, 15:21, 21:17 schließlich an die „Zerschmetterlinge“, die damit auch die Siegesserie ihrer Vereinskollegen vom 1. Spikeball-Club Köln beendeten – und vielleicht auch deren „Vorherrschaft“ in Europa. „Im September sind erstmals europäische Meisterschaften“, kündigt David Friesen an. „Ich denke, dass diejenigen, die da gewinnen, sich als bestes Team Europas bezeichnen dürfen.“

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