Archivierter Artikel vom 25.10.2012, 22:45 Uhr
Bad Honnef

Treffpunkt wie in den Jahren zuvor

Schon zum 17. Mal steigt in dieser Woche der Martinimarkt in Bad Honnef, doch zum ersten Mal richten die Veranstaltung die Gewerbetreibenden der Stadt mit ihrem Verein Centrum aus. Und nach einer Pause wird jetzt auch wieder der Kirchvorplatz beschickt, was dem Markt viel Atmosphäre verleiht. Nach dem Start am Mittwoch waren Händler und Honnefer am Donnerstag, dem zweiten Tag, richtig gut in Fahrt.

Martinimarkt Bad Honnef
Foto: Mueth

Bad Honnef – Schon zum 17. Mal steigt in dieser Woche der Martinimarkt in Bad Honnef, doch zum ersten Mal richten die Veranstaltung die Gewerbetreibenden der Stadt mit ihrem Verein Centrum aus.

{img} Und nach einer Pause wird jetzt auch wieder der Kirchvorplatz beschickt, was dem Markt viel Atmosphäre verleiht. Nach dem Start am Mittwoch waren Händler und Honnefer am Donnerstag, dem zweiten Tag, richtig gut in Fahrt.

Angebot: Fast kein Wunsch bleibt offen, wenn man vom Rathaus um die Kirche, über den Kirchplatz, durch die Haupt- und die Bahnhofstraße schlendert. Insgesamt 107 Buden bieten Seifen, Öle, Olivenholzbesteck, Besen, Bürsten, Wickelröcke, Kuscheltiere, Schmuck und jede Menge Herbst- und Weihnachtsdekoration, dazu Kaffee, Punsch, Crêpes, Knobibrot, Döppekuchen, Würste.

{img} Es gibt darunter jedoch wenig, was mit seiner Einzigartigkeit den Flaneur richtig in den Bann zieht. Wohl nicht einmal die Hälfte der Produkte sind von denen, die sie verkaufen, selbst gemacht.

Eine Ausnahme sind Jasna Mangel und Christina Meyer aus Eitorf, die auf dem Kirchplatz ihre handgesägten und -bemalten Holzkatzen und gefilzten Zwerge anbieten. Dekorativ haben sie einen ganzen Pulk der bunten Wesen auf einem riesigen Strohballen gegenüber von ihrem Stand drapiert – viele Vorbeigehende halten erstaunt oder belustigt an und beugen sich zu dem Fantasievolk hinunter. Die Kölner Schneiderin Barbara Zander ist so gut wie die einzige, der man bei der Arbeit zusehen kann: Sie hat schon am ersten, einem sonnigen, Tag so viele Schals und Taschen, Kombinationen aus Seide und Kunstpelz, verkauft, „dass ich mich am nächsten Morgen um halb sieben an die Nähmaschine gesetzt habe, um Nachschub zu produzieren“.

Ambiente: Mit der Dekoration haben sich die Bad Honnefer erkennbar liebevoll viel Mühe gegeben. An allen Eingängen zur Marktzone grüßen auf Strohballen thronende Pförtner die Besucher.

{img} Von Weitem mögen sie wie Vogelscheuchen wirken, von Nahem sind es fidele Zeitgenossen, und jeder hat etwas, das ihn einzigartig macht, wie zum Beispiel ein mit Malerflecken verschmiertes Oberhemd. Herzstück dieser Gestaltung ist ein riesiges, aus Stroh gebundenes Pferd, das am unteren Ende des Kirchplatzes eine schmucke Holzkutsche hinter sich herzieht. In Maul und Geschirr stecken Sonnenblumen – Erntedank ist noch präsent. Die Einzelhändler beteiligen sich anders als in Linz allerdings nicht an dieser Martinimarktaufmachung.

Service: Nicht nur ein Karussell dreht sich in Bad Honnef, sondern zwei, und außerdem ein Riesenrad, das mit seiner Musik, beschwingt und eine Spur melancholisch, schon von Weitem zum Markttreiben lockt. Damit noch längst nicht genug für kleine und verspielte Besucher: Kinder können auch Ponyreiten und, prominent vor der Kirche platziert, ein Lama und eine immens behornte Kuh und deren Kälbchen bewundern und manchmal sogar streicheln: Der Markt ist auch für Kinder ein unterhaltsames Erlebnis. Und der Toilettenwagen ist übrigens ausgenommen sauber.

Stimmung: Mehr als zum Geschenkekaufen scheinen die Menschen nach Bad Honnef zu kommen, weil das dort ihr Martinimarkt und ihr Treffpunkt ist, wo man gemeinsam Punsch trinkt und die Stimmung genießt.

Öffnungszeiten: Noch bis Sonntag, 28. Oktober, jeweils ab 12 Uhr, Freitag und Samstag bis 21 Uhr, Sonntag bis 18 Uhr.

Dorothea Müth