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Kirchhain

Traumhaus für Vögel – Voliere selbst bauen

Eine Voliere bietet Vögeln genug Platz zum Fliegen. Wer einen großen Garten hat, kann die Behausung auch selbst zimmern. Holz, Draht, Steine und Äste sind die wichtigsten Bestandteile für ein stabiles Gehege.

Unzertrennliche: Agapornis
Unzertrennliche (Agapornis) sind bei Volieren genügsam. Ihnen reichen zwei Quadratmeter Platz.
Foto: Andrea Warnecke – DPA

Sie sind farbenfroh, manchmal lautstark und brauchen ordentlich Platz: Papageien, Sittiche und andere Ziervögel sind beliebte Haustiere. Halter müssen ein artgerechtes Zuhause nicht unbedingt kaufen – Vogelfreunde können Gartenvolieren mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst bauen.

Graupapagei auf einem Ast
Graupapageien nagen gerne an Holz. Ihre Voliere sollte deshalb aus stärkerem Material wie Aluminium oder Eisen gebaut sein.
Foto: Emily Wabitsch – DPA

«Die gängigsten Materialien für Volieren sind Holz oder Aluminium», sagt Klaus Weber. Er ist Präsident vom Deutschen Kanarien- und Vogelzüchter-Bund in Kirchhain (Hessen). «Allerdings ist Holz für Papageien weniger geeignet, da sie die Volieren mit ihren kräftigen Schnäbeln schnell zerlegen.»

Massive Vogelvoliere
Eine gute Vogelvoliere wie diese von Silvia Hempel sollte aus Hartholz gebaut werden und überdacht sein. Als Bodenbelag eignen sich Sand, Erde oder Hanfstreu.
Foto: Silvia Hempel – DPA

Insbesondere Graupapageien neigen dazu, Holz anzunagen, ergänzt Jan Dams. Er ist Biologe aus dem Weltvogelpark Walsrode in Niedersachsen. «Für die meisten Papageienhäuser wird deshalb stärkeres Material wie Aluminium oder Eisen verwendet.» Im Spezialhandel sind zum Beispiel Steckelemente oder Aluminiumrahmen erhältlich.

Silvia Hempel
Silvia Hempel aus Herne, hier mit ihrer Hündin Sandy, hat für ihre Vögel eine große Voliere in den Garten gebaut.
Foto: Silvia Hempel – DPA

Für kleinere Vogelarten wie Sittiche, Kanarienvögel und Zebrafinken eignet sich Hartholz für die Stützpfeiler und Querbalken, die für Stabilität sorgen. Darauf weist Silvia Hempel aus Herne (Nordrhein Westfalen) hin. «Hierbei sollte man nicht am falschen Ende sparen. Eine Voliere hält nur lange, wenn sie aus gutem Holz gebaut wurde.» Hempel ist Expertin für Wellensittiche und hält die bunten Vögel seit 14 Jahren in einer selbstgebauten Gartenvoliere.

Hierfür hat sie zunächst Boden auf der geplanten Fläche ausgehoben und mit Beton ausgegossen. Solch ein Fundament hält auch Weber für notwendig: «Ratten, Marder und andere Krankheitsüberträger können dann nicht unterirdisch in das Gehege eindringen.» Um auch Katzen abzuhalten, empfiehlt Weber eine Doppelverdrahtung: Ein Draht wird außen befestigt, einer innen. «Am Rand der Voliere können zudem Steine eingearbeitet werden», sagt Weber.

Als Bodenbelag verwendet Hempel Sand, Erde oder Hanfstreu. Sie rät außerdem zu einer Überdachung. So sei ein offenes Dach aus Volierendraht nicht empfehlenswert, da auch Wildvögel Krankheiten übertragen können. In Frage kommt beispielsweise ein Holzdach mit Dachpappe oder Doppelstegplatten.

Laut Hempel gilt für das Gehege die Regel: Je größer, desto besser. Wenn die Vögel längere Strecken fliegen können, wirkt sich das positiv auf ihre Gesundheit aus. Welche Mindestgröße erforderlich ist, können Vogelhalter zum Beispiel in den Richtlinien der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz nachlesen. «Allgemein macht es keinen Sinn, Volieren zu bauen, die hoch, aber nicht lang genug sind», sagt Weber. Denn die Vögel fliegen fast immer in der Horizontalen.

Biologe Dams unterscheidet zwischen einzelnen Spezies: «Für australische Papageie und Sittiche eignen sich Volieren, die fünf Meter lang und zwei Meter breit sind.» Aras benötigten jedoch größere Gehege, die acht Meter lang, drei Meter breit und mindestens zwei Meter hoch sind. Bei den Papageienvögeln Unzertrennliche, auch Liebesvögel genannt, reichen kleinere Volieren von zwei Quadratmetern aus.

Ob Vögel auch im Winter draußen bleiben können, sei ebenfalls je nach Art unterschiedlich. «Nymphen- sowie Wellensittiche sind zum Beispiel ziemlich robust. Trotzdem brauchen sie einen Schutzraum, in den sie sich bei Kälte, Regen oder Zugluft zurückziehen können», erklärt Dams.

Ohnehin muss für die Voliere ein windgeschützter Standort gewählt werden, damit die Vögel bei schlechtem Wetter nicht der Witterung ausgeliefert sind. «Es ist daher sinnvoll, wenn das Gehege neben einer Mauer, einer Hauswand oder einem Gebüsch steht», sagt Hempel.

Auch ausreichend Licht ist nötig. «Am besten nehmen sich Vogelhalter die Natur zum Vorbild», empfiehlt Weber. So dürfe kein Unterschlupf fehlen, und auch unterschiedlich starke Äste sowie Baumstümpfe sollten vorhanden sein. Auf ihnen können die Vögel herumklettern und nagen. «Äste, beispielsweise von Ahornbäumen, Birken oder Erlen, befestige ich mit starkem Blumenbindedraht», erklärt Hempel.

Ganz billig ist eine selbstgezimmerte Voliere nicht: «Eine einfache Voliere aus Holz und Draht kostet ein paar Hundert Euro», schätzt Weber. Je nach Ausstattung und bei größeren Metallkonstruktionen seien es mindestens 1000 Euro.

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