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Stuttgart

Tonne oder Zisterne: Wasser sparen in Haus und Garten

dpa/tmn

Der Umgang mit Wasser ist oft immer noch zu selbstverständlich. Aber spätestens wenn die Rechnung ins Haus flattert, wird klar, dass der hohe Wasserverbrauch im Sommer seinen Preis hat.

Wasser sparen in Haus und Garten
Das Wasser aus der Regentonne eignet sich prima zum Blumengießen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Dabei gibt es viele Möglichkeiten Wasser im Haus und im Garten zu sparen. Die einfachste und billigste Methode ist das Aufstellen einer Regentonne. Sie steht am besten unter dem Regenfallrohr. Im Handel sind Tonnen bis zu einem Umfang von zwei Kubikmetern erhältlich. «Luxusmodelle haben eine Elektropumpe, an die ein Gartenschlauch angeschlossen wird», sagt der Autor und Gartenexperte Walter Kolb aus Güntersleben in Bayern. «So kann man auch weiter entfernte oder höhere Pflanzen gießen.»

Wer diese Abwasserkosten – zu denen auch Regenwasser gehört – sparen möchte, kann eine Versickerungsgrube in den Garten legen. «Das ist ein Graben, in dem längs ein Rohr liegt. Man befüllt die Grube mit Kies, und bildet oben eine Mulde zur Reinigung aus», erklärt Kolb. In dieser Mulde sammelt sich das Niederschlagswasser, versickert durch die Bodenschicht und anschließend in den Kies. Das Wasser, das nicht sofort versickert, fließt in das Rohr und verteilt sich dort. «Die Anschaffungskosten für ein Einfamilienhaus betragen etwa 1000 Euro, die sich schnell rentieren.»

Eine weitere Möglichkeit, Regenwasser zu nutzen, ist der Bau einer Zisterne. Das ist ein Behälter aus Kunststoff oder Beton, der in die Erde eingelassen wird. Das Regenwasser wird zugeleitet und kann mittels einer Pumpe gezapft werden. Oder der Heimwerker legt eine Leitung, die das Wasser zur Toilettenspülung befördert. Die Kosten für eine Zisterne mit 6000 Liter Fassungsvermögen betragen etwa 4000 Euro. Versickerungsgrube und Zisterne können Heimwerker selber bauen.

Aufwendige Umbauten sind aber nicht unbedingt nötig. Im Alltag lässt sich auch mit ein paar einfachen Tipps jede Menge Wasser sparen. Ein altbekannter, aber bewährter Hinweis lautet immer wieder: Lieber duschen als baden. Eine vollgelaufene Badewanne fasst im Schnitt 140 Liter Wasser. Pro Minute Duschen werden 20 Liter verbraucht. «Deshalb die Dusche zum Einseifen besser auch immer ausschalten», sagt Franz Pöter vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Stuttgart.

Zusätzlich kann ein sogenannter Durchflussmengenbegrenzer, auch Sparbrause genannt, auf den Brauseschlauch montiert werden. Der Wasserverbrauch kann so um 30 Prozent pro Minute verringert werden. «Dieser Duschkopf funktioniert wie ein Sieb, aber der Wasserdruck bleibt gleich», erklärt Pöter. «Es gibt also keinen Unterschied zum normalen Duschvergnügen.»

Beim Händewaschen und Zähneputzen gilt das Gleiche: Zwischendrin immer das Wasser abdrehen. «Am besten benutzt man beim Zähneputzen einen Zahnputzbecher wie früher», rät Roswitha Meierhöfer vom Deutschen Hausfrauenbund (DHB) in Neuried-Altenheim in Baden-Württemberg.

Auch in der Küche kann Wasser gespart werden. «Es ist unnötig Geschirr vorher abzuspülen, wenn man eine Geschirrspülmaschine besitzt. Es reicht, wenn die Essensreste vorher grob entfernt wurden», so Meierhöfer. Generell sei die Spülmaschine dem Handspülen vorzuziehen. «Beim Handspülen werden für zwölf Gedecke rund 50 Liter Wasser verbraucht, mit der Spülmaschine sind es 15 bis 20 Liter», sagt Pöter. Die Maschine sollte nur gefüllt im Einsatz sein.

Gleiches gilt auch für die Waschmaschine. Außerdem sollte auf unnötige Waschprogramme verzichtet werden. «Vorspülen ist bei dem heutigen Waschmittel nicht mehr nötig, außer bei stark verschmutzter Arbeitskleidung», erklärt Meierhöfer. Auch auf den Intensivspülgang kann oft verzichtet werden.

Bei der Anschaffung neuer Haushaltsgeräte sollte darauf geachtet werden, dass sie wassersparend sind. Die meisten Toiletten haben heute einen Spülstopp. Auch die Instandhaltung von Hähnen und Geräten ist nicht zu vernachlässigen. «Ein Wasserhahn, der pro Sekunde einmal tropft, bringt es auf einen Liter die Stunde. Das sind 8760 Liter Wasser pro Jahr», rechnet Pöter vor.

Literatur:

Kolb, Walter: Wassersparen im Garten. Regenwasser optimal nutzen – Kosten senken, Ulmer, 2010, 29,90 Euro, ISBN-13 9783800157921.

Pflanzen für Gießmuffel

Es gibt eine Fülle von Pflanzen, die nicht gegossen werden müssen. Lavendel, Thymian und viele Laucharten sind Beispiele. «Die meisten Gewürzkräuter aus dem Mittelmeerraum brauchen kein zusätzliches Wasser», sagt der Autor und Gartenexperte Walter Kolb aus Güntersleben.

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