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Tangshan

Tolle China-Bilanz für Boll und Ovtcharov

dpa

Tischtennis-Europameister Timo Boll und der Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov haben ihre China-Wochen mit unerwartet positiven Ergebnissen beendet.

Linkshänder
Timo Boll zeigte beim Chinis-Aufenthalt wieder einmal seine Klasse.
Foto: Christophe Karaba – DPA

Die besten Nicht-Chinesen in der Weltrangliste waren nach ihren Auftritten als Gastspieler in der chinesischen Superliga mehr als zufrieden. «Das war eine ganz neue Erfahrung für mich», sagte Ovtcharov. «Diese landesweite Begeisterung für den Sport ist mega. Ich konnte viel lernen und habe in knapp vier Wochen gegen sechs Top-Ten-Leute gespielt.»

Der 24-jährige Hamelner, der ansonsten für den russischen Club Orenburg aufschlägt, hielt sich erstmals für einen so langen Zeitraum im Reich der Mitte auf. Er erzielte eine Bilanz von sechs Siegen und drei Niederlagen für seinen Club aus Guangdong. Höhepunkt für «Dima» war ein Erfolg gegen den WM-Zweiten Wang Hao.

Noch besser lief es für Boll, der schon mehrfach die Sommerpause mit dem sportlich ambitionierten und finanziell lukrativen China-Trip überbrückt hat. «Das war ein wichtiger Sieg und schöner Abschied. Es hat mir wieder viel Spaß gemacht», bilanzierte der Linkshänder nach seinem letzten erfolgreich Match für seinen Club aus Jiangsu. Mit lediglich zwei Niederlagen und acht Siegen – darunter gegen Weltmeister Zhang Jike – unterstrich der 32-Jährige seine Klasse.

Wie sehr die chinesischen Clubs ihre deutschen Zugpferde schätzen, liegt Ovtcharov und Boll schriftlich vor: Ihre jetzigen und mehrere andere Vereine haben ihnen schon Angebote für die kommende Saison unterbreitet. «Beide werden sich jedoch Zeit lassen mit der Entscheidung, welche Angebote sie annehmen», erklärte Bernhard Schmittenbecher, der Medienberater der beiden Topspieler.

Durch die China-Reise haben Boll und Ovtcharov aber auch die ersten Konditionslehrgänge der Nationalmannschaft verpasst. «Das war letzten Endes eine private Sache. Die Ergebnisse sind sehr gut, ich habe einige Male mit ihnen telefoniert. Sie müssen die Grundlagenarbeit jetzt nachholen», erklärte Bundestrainer Jörg Roßkopf. «Die strapazenreichen Reisen durch China sind eine andere Belastung als Kraftraum oder Mountainbike-Fahren», fügte der Coach hinzu.

Für Boll beginnt deshalb schon bald die Vorbereitung auf die neue Saison beim deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf und auf die EM im Oktober in Österreich. Vorher will der Rekord-Europameister mit Ehefrau Rodelia aber noch rund zwei Wochen Urlaub in Italien machen. Sein Kumpel Ovtcharov fliegt bereits am 13. August zurück nach China, wo er bei den China Open im Doppel erstmals an der Seite von Wang Hao antritt.

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