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    Düsseldorf

    Tod eines Kindes für Geschwister eine große Belastung

    Wenn ein Kind stirbt, ist das für die Eltern ein Schock. Unterschätzt wird oft, wie sehr diese Erfahrung auch Geschwister belastet. Wenn sie noch kleiner sind, ist es für sie ein Verlust in vieler Hinsicht, auch der an Sicherheit.

    Weinendes Kind
    Der Tod eines Geschwisterkindes kann für Kinder traumatische Folgen haben.
    Foto: Patrick Pleul - DPA

    Beim Tod eines Kindes wird oft unterschätzt, wie groß die Belastung für Geschwister ist. «Das ist häufig schlimmer, als es von uns wahrgenommen wird», erklärt Ulla Steger, Psychologin und Psychotherapeutin aus Düsseldorf. Gerade für kleinere Kinder sei so eine Erfahrung ein deutlicher Einschnitt: Es präge das ganze Leben, wenn man ein Geschwisterkind verloren hat. «Mit einem Mal ist die Sicherheit weg: Uns passiert schon nichts, die Vorstellung, man stirbt mit 88. Das ist für immer vorbei.» Hinzu kommt, dass gerade Geschwister die Menschen sind, mit denen man so viele gemeinsame Erfahrungen teilt.

    Mit dieser Verlusterfahrung klarzukommen, sei häufig auch deshalb schwierig, weil im Verhältnis von Geschwistern so viele Ambivalenzen seien, sagt Steger. Neben Nähe und Zuneigung gebe es zum Beispiel auch Konkurrenz und Neid. «Gerade wenn es nicht so harmonisch war und ein Kind das Gefühl hat, es sei gemein zu dem andern gewesen, kann es ganz schwer werden, Geschwistertrauer zu verarbeiten.» Denn in so einem Fall müssten zunächst die Schuldgefühle bewältigt werden, bevor es mit der Trauer klappen kann.

    Gut sei es dann, wenn es dem Kind gelingt, mit Eltern und Freunden darüber zu reden. Vielen Kindern falle das allerdings unheimlich schwer. Eltern können versuchen, so ein Gespräch anzustoßen. «Das gelingt am ehesten durch offene Fragen.» Ein guter Zeitpunkt dafür sei abends vor dem Einschlafen, weil das oft ein Moment großer Nähe sei, erklärt die Psychologin - auch wenn sich das Einschlafen dadurch unter Umständen etwas hinauszögert. «Oder bei einem Spaziergang, vielleicht auch bei einer Fahrt im Auto.» Das sei zum Beispiel eine Möglichkeit, mit etwas älteren Kindern, die schon in der Pubertät sind, ins Gespräch zu kommen.

    Ein Problem bestehe darin, dass Eltern in dieser Situation oft gar nicht die Kraft dafür haben, sich intensiv dem Geschwisterkind zu widmen. Das liegt schon daran, dass sie mit ihrer eigenen Trauer genug zu tun haben. «Es gibt aber Trauergruppen für Geschwister, die gerade in solchen Fällen zu empfehlen sind.»

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