Altenberg

Skeleton-WM

Titel-Hattrick für Hermann – Lölling Zweite: „Bitter“

Die Patzer der Favoritinnen um Weltcup-Gesamtsiegerin Janine Flock aus Österreich und der sprintstarken Russin Jelena Nikitina nutzen die deutschen Skeletonis gnadenlos aus. Doch fehlerfrei sind auch Hermann und Lölling bei ihrem Doppelerfolg nicht.

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Tina Hermann
Skeleton-Pilotin Tina Hermann im Eiskanal von Altenberg auf dem Weg zum WM-Einzel-Gold.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Altenberg (dpa). Mit einem Urschrei quittierte Tina Hermann ihren Titel-Hattrick, während Jacqueline Lölling sekundenlang im Zielauslauf mit dem Blick nach unten auf ihrem Schlitten verharrte.

Die 28-jährige Skeletonpilotin Hermann fing in Altenberg mit einem starken Finallauf die in Führung liegende Lölling noch mit elf Hundertstelsekunden Vorsprung ab und fuhr somit ihr insgesamt viertes WM-Einzel-Gold seit 2016 ein.

„Ich war nervös vor dem ersten Lauf heute, denn gestern war der Auftakt eine Katastrophe. Ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist“, sagte Hermann vom WSV Königssee, die anders als ihre Teamkolleginnen weiter von Ex-Bundestrainer Dirk Matschenz betreut wird. Der arbeitet nach seiner Entlassung beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) mittlerweile für die Russen.

Die Olympia-Zweite Lölling von der RSG Hochsauerland verpasste hingegen ihre zweites WM-Einzel-Gold nach 2017. Dabei hatte sie vor den beiden abschließenden Läufen noch 0,24 Hundertstelsekunden Vorsprung auf die drittplatzierte Hermann. „Wenn man auf dem Goldrang schläft, will das niemand mehr abgeben. Ich wusste im Ziel schon, dass es nicht reicht. Es waren einfach zu viele Fehler im letzten Lauf“, sagte Lölling und fügte an: „Es ist schon bitter, auch wenn die Silbermedaille herausgesprungen ist.“ Solide Läufe allein reichen nicht, denn Lölling fuhr viermal jeweils die zweitbeste Zeit, während Hermann nach dem verkorksten Auftaktlauf mit Rang elf drei Laufbestzeiten folgen ließ.

Die Russin Jelena Nikitina patzte im dritten Lauf extrem in der Omega-Kurve und rettete Bronze mit zwei Hundertstelsekunden ins Ziel. Denn Sophia Griebel vom BRC Thüringen kam zeitgleich mit der Russin Alina Tararischenkowa auf Platz vier. „Es ist immer schade, wenn es so knapp am Podest vorbei ist, doch ich bin zufrieden“, sagte Griebel. Junioren-Weltmeisterin Hannah Neise vom BSC Winterberg wurde bei ihrem WM-Debüt Siebte. „Ich habe zweimal die drittbeste Laufzeit erreicht, das ist unglaublich“, sagte Neise.

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