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Dortmund

Tischtennis-Damen schwören auf Schöpp

Den Stempel einer «Revoluzzerin» wird Kristin Silbereisen wohl nicht so schnell los. Wenige Wochen vor Beginn der WM in Dortmund hatte die Sprecherin der deutschen Tischtennis-Damen den Verband auf atmosphärische Störungen im Verhältnis mit Trainer Jörg Bitzigeio hingewiesen.

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Bundestrainerin Jie Schöpp kommt bei den deutschen Tischtennis-Damen gut an.
Foto: Friso Gentsch – DPA

«Im Auftrag aller», betonte Silbereisen. Die Führung des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) ging den Hinweisen nach und kam zu dem Schluss, dass die Chemie zwischen Team und Trainer nicht stimmte. Letztlich zog Bitzigeio die Konsequenz und machte den Weg frei für die neue Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp.

Die langjährige Nationalspielerin, von der Berufung im Februar völlig überrascht, bestand ihre Feuertaufe auf der Trainerbank am ersten WM-Tag mit Bravour. Nach dem Motto «In der Ruhe liegt die Kraft» behielt die 44 Jahre alte, gebürtige Chinesin auch in kniffligen Situationen die Übersicht. «Ich bin auch ruhiggeblieben, als wir 0:1 gegen Polen zurücklagen. Ich wusste, dass wir immer noch gewinnen können», sagte Schöpp. Im Vergleich zum extrovertierten Bitzigeio (35) wirkt sie eher zurückhaltend. Markige Sprüche sind nicht ihre Sache.

«Wenn sie auf der Bank Platz nimmt, strahlt sie sofort große Ruhe und Zuversicht aus», lobte Cheftrainerin Eva Jeler die neue Bundestrainerin. Die Spielerinnen schwören auf Schöpp, auch weil diese in ihrer Aktivenzeit international sehr erfolgreich war. «Sie weiß, wie man sich fühlt, wenn man im Viertelfinale um eine Medaille spielt», sagte Silbereisen über Schöpp. Die war dreimal EM-Dritte im Einzel und gewann mit den DTTB-Damen zweimal EM-Gold und einmal WM-Bronze. «Ich will mit meiner Erfahrung den Spielerinnen helfen», sagte Schöpp.

Bisher klappt die nicht ganz risikolose Umstrukturierung bei den DTTB-Damen gut. Schöpp, die zuvor im Tischtennis-Internat Düsseldorf tätig war, hat Einzelgespräche mit den Spielerinnen geführt und Druck abgebaut. «Die Stimmung im Team ist super», sagte die EM-Zweite Irene Ivancan (Berlin). Sie war erst im Vorjahr in den Nationalkader unter Bitzigeio zurückgekehrt. Der hat in seiner sechseinhalbjährigen Amtszeit stets viel von den Spielerinnen gefordert und war mit seinem ehrgeizigen Konzept durchaus erfolgreich.

Unter Bundestrainer Bitzigeio wurde Jiaduo Wu (Kroppach) 2009 in Stuttgart Europameisterin, und das Damen-Team gewann 2010 in Moskau sensationell WM-Bronze. An diesem Resultat muss sich Schöpp am Ende dieser Woche in Dortmund messen lassen, auch wenn sie das eigentlich nicht will. «Das Viertelfinale wäre gut, aber wir sind nicht verpflichtet, Platz drei zu wiederholen», sagte die Bundestrainerin.

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