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    Adelaide

    «Thorpedo» verpasst Schwimm-Wunder und Olympia

    Mit hängenden Mundwinkeln stand Ian Thorpe am Beckenrand - der Traum von den Sommerspielen in London ist für den fünfmaligen Olympiasieger endgültig geplatzt. Australiens Schwimm-Ikone verpasste beim Comeback das London-Ticket, will aber weitermachen.

    Ausgeträumt
    Ian Thorpe kann sich den Traum der Teilnahme an den Olympischen Spielen in London nicht erfüllen.
    Foto: Ben MacMahon - DPA

    Nach Rang zwölf im Halbfinale über 200 Meter Freistil war über die 100 Meter auf Rang 21 schon im Vorlauf nach 50,35 Sekunden Schluss. «Es ist offensichtlich, dass das kein erfreulicher Moment ist», sagte ein gefasster Thorpe später bei der Pressekonferenz. Tief musste er am Sonntag bei seinen Ausführungen durchatmen, aber auch das eine oder andere Lächeln huschte schon wieder über das Gesicht des australischen Ausnahmekönners.

    Obwohl sein «Märchen zu einem Albtraum» geworden war, bekräftigte der elfmalige Weltmeister, dass er weiter schwimmen werde. Auch wenn der «Thorpedo entwaffnet» ist, wie die Tageszeitung «The Herald Sun» schrieb. Eine Schwimm-Welt fehlte Thorpe am Sonntag bei der australischen Olympia-Ausscheidung zu James Magnussen. Der Weltmeister schlug im Vorlauf nach 48,26 und im Halbfinale nach 47,93 Sekunden an. Eine kraulende Ewigkeit war der 29-jährige Thorpe von seiner eigenen Bestzeit (48,56) aus dem Jahr 2004 entfernt. Damals hatte er als erster Schwimmer überhaupt Olympia-Medaillen über 100 (Bronze), 200 und 400 Meter Freistil (jeweils Gold) geholt.

    Dass Thorpe im Becken des «Aquatic and Leisure Centre» scheiterte, überraschte angesichts der Zeiten in den vorangegangenen Wettkämpfen seit seiner Comeback-Ankündigung vor knapp 14 Monaten keineswegs. Nur ein Schwimm-Wunder hätte ihn zu seinen dritten Spielen bringen können. «Ich habe ihn immer bewundert und wir leiden jetzt mit ihm», sagte Magnussen. «Es wäre toll gewesen, ihn dabei zu haben.»

    Thorpe war in Adelaide langsamer als bei seiner 100 Meter-Zeit, mit der er 1998 das erste Mal in der Weltrangliste auftauchte. Der 15-Jährige mit den großen Füßen war im selben Jahr bei der Heim-WM in Perth der jüngste Weltmeister überhaupt über 400 Meter Freistil geworden. Als Ikone trat Thorpe Ende 2006 überraschend von der großen Bühne ab, sein Rücktritt erschien kurz darauf nach letztlich nicht bewiesenen Doping-Vorwürfen in einem anderen Licht. Nun steht Thorpe in einer Reihe großer Sportler wie Tennis-As Björn Borg, Basketballstar Michael Jordan oder Schwimmer Mark Spitz, denen eine zweite Karriere nicht vergönnt war - wenngleich das Olympia-Projekt des Australiers deutlich ernsthafter vorangetrieben worden war.

    «Ich wollte zurückkommen und Rennen schwimmen, ich wollte auch noch einmal zu Olympia», sagte Thorpe. Er war beim Traum von einer weiteren Sommerspiel-Teilnahme Getriebener des eigenen Mythos. «Zuerst muss ich alles sacken lassen», betonte der von Paul Biedermann 2009 über 400 Meter entthronte Weltrekordler. Biedermann wäre gerne gegen das Idol einer ganzen Schwimm-Generation angetreten - wenngleich er Thorpe ohnehin nur einen Staffelplatz zugetraut hatte.

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