Archivierter Artikel vom 01.05.2021, 15:16 Uhr
München

Turnier in München

Tennisprofi Struff erreicht erstes ATP-Finale der Karriere

Jan-Lennard Struff steht in München vor dem ersten Turniertriumph seiner Karriere. Im Halbfinale zeigte er just gegen den Bezwinger von Topfavorit Alexander Zverev eine starke Vorstellung.

Jan-Lennard Struff
Jan-Lennard Struff hatte mit Zverev-Bezwinger Iwaschka keine Probleme.
Foto: Sven Hoppe/dpa

München (dpa). Nach dem Matchball ballte Jan-Lennard Struff nur kurz die Faust und vermied sonst jeden überschwänglichen Jubel. Ganz cool ist der deutsche Tennisprofi beim ATP-Turnier von München in das erste Finale seiner Karriere gestürmt.

Der 31 Jahre alte Warsteiner schlug Ilja Iwaschka aus Belarus glatt in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:1 und greift nach dem ersten Titel seiner nun auch schon etwas längeren Laufbahn. „Ich bin sehr happy“, sagte Struff danach im BR und schien bereits den Fokus auf das Endspiel gelegt zu haben. Dort trifft er entweder auf Casper Ruud oder Nikolos Bassilaschwili.

Nach dem Überraschungs-Aus des topgesetzten Favoriten Alexander Zverev just gegen Iwaschka kann also Struff für den Heimsieg bei den BMW Open am Aumeisterweg sorgen. Nach zuvor zwei knüppelharten Duellen über jeweils drei Sätze konnte der fast zwei Meter große Sauerländer bei nasskaltem Wetter sogar etwas Kraft sparen. „Aber leicht war es nicht“, räumte er nach dem achten Halbfinale seiner ATP-Karriere ein, in dem er erstmals einen Sieg feiern konnte. Nun soll in seinem 171. ATP-Turnier auch der ersehnte Heimtriumph her.

Einen Tag nach seinem Drei-Stunden-Kampf gegen Filip Krajinovic brauchte Struff etwas, um in die Partie zu kommen. Zunächst fehlte ihm die Präzision in den Schlägen, nach einigen Fehlern stand es schnell 3:0 für Iwaschka. „Er hat mich sehr gut unter Druck gesetzt“, berichtete Struff. „Aber wichtig war, dass ich dran geblieben bin.“

Anders als Tags zuvor Zverev fand Struff nämlich ein Rezept gegen das aggressive Spiel des Belarussen. Dank seiner starken Aufschläge – die Zverev komplett vermissen ließ – holte der Davis-Cup-Profi fünf Spiele in Serie inklusive zwei Breaks und nach 48 Minuten Satz eins.

Jetzt hatte der Familienvater Lunte gerochen. Er schnappte sich im zweiten Durchgang das zweite Aufschlagspiel seines Kontrahenten und zeigte bei eigenem Service kaum Schwächen. Als er Iwaschka nochmal zum 4:1 breakte, war die Vorentscheidung gefallen. Nach 1:26 Minuten verwandelte er den ersten Matchball nach einem Iwaschka-Doppelfehler.

Danach hieß es für Struff Warten auf den Endspielgegner. Für Ruud und Bassilaschwili stand Teil zwei ihrer Doppelschicht an. Weil ihre Viertelfinalduelle am Freitag wegen Regens abgebrochen wurden, mussten sie am Samstagvormittag schon ran. Der an Nummer zwei gesetzte Norweger bezwang John Millman aus Australien mit 6:3, 6:4. Der Georgier schlug den Slowaken Norbert Gombos mit 6:4, 6:4.

© dpa-infocom, dpa:210501-99-429320/3

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