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    Neuental

    Taube Finger, blasse Ohren: Erfrierungen erkennen

    Beim Rodeln, Skifahren, Joggen oder Spazierengehen - wer im Winter an der frischen Luft unterwegs ist, muss sich warm einpacken. Sonst drohen Erfrierungen. Blässe und Taubheitsgefühle sind die ersten Anzeichen dafür.

    Hauptsache gut eingepackt
    Wer im Winter auf wetterfeste Kleidung, Handschuhe und Mütze achtet, dem kann die Kälte nichts anhaben. (Bild: Bein)
    Foto: DPA

    Wer sich im Winter nicht warm einpackt, dem kann die Kälte unter die Haut gehen und dem darunter liegenden Gewebe erheblich schaden. Das Tückische: Erfrierungen drohen nicht erst bei arktischen minus 20 Grad, sondern auch schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das gilt vor allem, wenn Wind und Nässe mit im Spiel sind.

    «Wenn Kälte auf den Körper einwirkt, versucht dieser, sich zu schützen und die im Körper vorhandene Wärme festzuhalten», erklärt Dieter Conrad, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hessen in Neuental. «Die ersten Zeichen einer Erfrierung sind Blässe und Taubheitsgefühle», ergänzt Hans Georg Dauer, Dermatologe aus Köln. «Wenn man dann von der Kälte in die Wärme kommt, empfindet man meist ein schmerzhaftes Ziehen oder Brennen. Die Haut färbt sich zinnoberrot.» Je länger die Kälte wirken kann, desto ausgedehnter und schwerwiegender kann das Gewebe geschädigt werden.

    Von Kälteschäden besonders betroffen sind die ohnehin schlecht durchbluteten Körperteile. «Dazu gehören die Zehen und Finger, Nase und Ohren», zählt Inke Ruhe von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn auf. «Solche Bereiche sind besonders gefährdet, wenn die Durchblutung durch enge Kleidung zusätzlich behindert wird.» Auch nasse Kleidung erhöht das Risiko: Die Feuchtigkeit entzieht dem Körper schneller Wärme, so dass es eher zu einer Erfrierung kommt. Daneben können Gefäßverengungen Erfrierungen begünstigen.

    Damit es nicht erst soweit kommt, gilt es, bei den ersten Symptomen zu reagieren. Nur: «In diesem Stadium spürt der Betroffene keinen Schmerz, da die Nerven betäubt sind», sagt Conrad. Das gilt erst recht für Menschen mit Krankheiten, die das Nervensystem beeinträchtigen. «Das bekannteste Beispiel ist Diabetes: Sie geht häufig mit einer Polyneuropathie, also einer Schädigung der Nerven, einher», erklärt Dauer.

    Die Betroffenen empfinden die Kälte nicht oder verzögert. Das kann auch bei körperlicher oder geistiger Erschöpfung der Fall sein. Umso wichtiger ist es gerade für diese Menschen, gefährdete Körperstellen im Blick zu haben und auf Verfärbungen zu achten. Ruhe empfiehlt Eltern, häufiger die Körpertemperatur ihrer im Schnee spielenden Kinder zu überprüfen, an den Händen, aber auch am Bauch oder Rücken.

    Bei ersten Anzeichen einer Erfrierung ist eine Aufwärmpause angesagt. Allerdings sollte sich der Körper langsam an die Wärme gewöhnen. Große Temperaturunterschiede werden als schmerzhaft empfunden. «Die Hände oder Zehen beispielsweise sollten zuerst unter lauwarmes Wasser gehalten werden. Dann wird die Temperatur langsam erhöht», rät Conrad. Selbst bei leichten Erfrierungen sollten die betroffenen Körperteile nicht gerieben werden. «Besser ist es, sich auf die Hände zu setzen oder sie in die Achselhöhlen zu stecken», sagt Dauer. Von innen wärmen Heißgetränke wie Tee oder Kakao.

    Den besten Schutz vor Erfrierungen bietet wasserfeste, der Temperatur angepasste Kleidung. Dazu gehören warme Strümpfe und gefütterte Schuhe, Handschuhe und Mütze oder Ohrenschützer. «Die Gesichtshaut wird durch fettende Creme geschützt», erläutert Dauer. Alternativ können Mund, Ohren und Nase von einem warmen Tuch oder einer Teilmaske bedeckt werden.

    Nasse Kleidung vermeiden

    Ist die Kleidung nach der Schneeballschlacht oder einem Eisregen doch mal durchfeuchtet, muss sie schnell gewechselt werden. «Sie könnte sonst anfrieren», warnt Inke Ruhe von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Diese Gefahr bergen auch Metallteile wie Ohrringe oder Reißverschlüsse. Sie sollten bei Kälte nicht mit der Haut in Berührung kommen.

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