Archivierter Artikel vom 12.04.2010, 10:24 Uhr
Kleve

Sustainable Agriculture: Mehr als nur Öko-Landbau

«Konsum mit gutem Gewissen» – so beschreibt die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft das Prinzip der Nachhaltigkeit. Bio-Eier und nachhaltig angebauter Kaffee sind aber längst nicht mehr nur etwas für ausgewiesene Gutmenschen.

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Solche Öko-Produkte gibt es heute in jedem Supermarkt. Denn nicht wenige Verbraucher bevorzugen inzwischen Lebensmittel aus Produktionen, bei denen es gerecht zugeht und die Umwelt geschont wird. Wie das funktioniert, lernen Studenten in dem Fach «Sustainable Agriculture».

«Es geht zum Beispiel darum, wie sich der Anbau von Zuckerrüben oder Zuckerrohr so gestalten lässt, dass der Boden nicht wegerodiert und möglichst wenig Giftstoffe eingesetzt werden müssen», erklärt Prof. Florian Wichern von der Fachhochschule Rhein-Waal in Kleve, die das Fach ab dem kommenden Herbst anbietet.

Nachhaltige Landwirtschaft ist aber nicht dasselbe wie Öko-Landbau, sondern weiter gefasst. Sie hat auch eine soziale Dimension, erläutert Wichern. Sie beinhaltet zum Beispiel eine gerechte Entlohnung – ein Thema, das gerade im globalen Kontext eine wichtige Rolle spielt. Und beim Blick auf die Entwicklungsländer zeigt sich, wie eng Armut und die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen verbunden sind.

Im Studium stehen zu einem naturwissenschaftliche Fächer wie Chemie und Pflanzenbau auf dem Lehrplan. Daneben müssen Studenten sich mit Betriebswirtschaftslehre beschäftigen. Und auch Umweltrecht wird durchgenommen.

Arbeit für Absolventen gibt es in der landwirtschaftlichen Lebensmittelindustrie. Jobs bieten aber auch Hersteller von Futter, Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. Bedarf haben außerdem Verbände und Behörden im Agrar- und Umweltbereich, die sich mit der Zertifizierung von Nachhaltigkeit befassen. Studieren lässt sich das Fach außer in Kleve auch in Stuttgart sowie an der Uni Kassel und der Uni Göttingen.

Weitere Infos zum Studienfach: dpaq.de/kleve