Archivierter Artikel vom 17.03.2011, 08:44 Uhr
Lenzerheide

Super-G abgesagt: Riesch gelassen, Vonn enttäuscht

Maria Riesch war nicht gerade unglücklich, ihre Rivalin Lindsey Vonn zeigte sich hingegen «sehr enttäuscht». Dauerregen und Nebel haben das drittletzte Duell der beiden Dauerrivalinnen beim Weltcupfinale im schweizerischen Lenzerheide verhindert.

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Absage
Die beiden Super-G-Rennen in Lenzerheide wurden abgesagt.
Foto: DPA

Zwar kann Riesch nach der Super-G-Absage nun nur noch im Slalom und dem abschließenden Riesentorlauf den Rückstand von 27 Punkten auf Vonn aufholen. Doch bei ihrer aktuell eher mäßigen Speed-Form und überlegenen Qualitäten in den technischen Disziplinen verbessert das abgespeckte Programm eher die Ausgangslage für Riesch. «Es ist okay, bei den Verhältnissen abzusagen, weil es keinen Sinn macht, ein ordentliches Rennen zu fahren», meinte die Partenkirchenerin, die die langen Speedski im Hotel ließ und Slalom trainierte.

Während sich der Schweizer Didier Cuche einen Tag nach dem Abfahrtstitel auch über die Kleine Kugel im Super-G freute, klagte Vonn über die Absage. «Im Kampf um den Gesamtweltcup zählt jeder Punkt und da der Super-G zu meinen stärksten Disziplinen zählt, ist es definitiv enttäuschend, dieses Rennen zu verlieren», sagte sie. Zwischen Technik und Speed halten sich die Absagen dieses Jahr allerdings die Waage. Vonn nutzte den Tag für etwas Physiotherapie und ein Workout. «Ich versuche, einfach zu entspannen. Ich werde die nächsten beiden Tage mein Bestes im Slalom und Riesenslalom geben.»

Vorteil oder Nachteil? Für Riesch eine müßige Diskussion. «Da braucht man nicht drüber zu reden.» Sie schaue von Rennen zu Rennen und habe in dieser Saison außerdem auch schon einen Super-G gewonnen. Ihre amerikanische Freundin sicherte sich im WM-Winter allerdings vier Disziplin-Siege und damit auch die Kleine Kristalltrophäe. Im Riesenslalom macht Riesch hingegen im Schnitt pro Rennen knapp sechs Punkte gut, im Slalom sogar fast 42 Zähler.

Doch auch die weiteren Wettbewerbe sind noch nicht definitiv gesichert. Am Donnerstag regnete es bereits beim Morgengrauen dauerhaft in Bindfäden, zudem lag ein Teil der Strecke im tiefen Nebel, so dass sich die Jury gegen 8.00 Uhr für eine Absage entschied. Da auch die Wettervorhersage mit mehr Regen, nassem Schnee und schlechter Sicht nichts Gutes verheißt, stehen der Damen-Slalom und Riesentorlauf der Herren am Freitag auf der Kippe. «Es wird sehr, sehr herausfordernd», sagte FIS-Renndirektor Atle Skaardal. «Das Wetter wird bis Freitagmorgen so bleiben und das macht es extrem schwer, überhaupt einen Plan zu finden.»

Der Tagesablauf war auch für Cuche über den Haufen geworfen – worüber der Schweizer nicht unglücklich war. «Eine innere Freude» habe er bei der Nachricht gespürt. Wenig später standen sein Servicemann und Physiotherapeut mit «drei Kübli Champagner» im Zimmer. «Es ist das erste Mal, dass ich so früh einen Schluck Champagner genommen habe», sagte der 36-Jährige. Damit konnte sein Verfolger Michael Walchhofer aus Österreich sein Karriereende nicht mit einer Kugel krönen. Und auch Stephan Keppler hatte sich nach seiner schweren Verletzung vergebens für das Saisonfinale fitgemacht.