40.000
Aus unserem Archiv
Wuppertal

Suizid, Ritzen, Hungern: Mit heiklen Themen im Netz umgehen

dpa/tmn

Im Internet können Jugendliche sich einfach und schnell austauschen. Manchmal ist das toll – zum Beispiel, wenn man mit Gleichgesinnten über Probleme sprechen kann. Manchmal nimmt der Austausch aber auch gefährliche Formen an.

Umgang mit heiklen Themen im Netz
Soziale Netzwerke sind praktisch, um sich mit Freunden auszutauschen – es kann aber ein gefährlicher Gruppendruck entstehen, wenn es um heikle Themen wie Essstörungen geht.
Foto: Silvia Marks – dpa

Das gilt zum Beispiel, wenn sich Freunde gegenseitig mit Fotos etwa zum starken Abnehmen oder Ritzen animieren. Damit man sich davon nicht unter Druck setzen lässt, mitmachen zu müssen, sollte man sich im ersten Schritt klarmachen: «Man schadet damit sich selbst», erklärt Nina Pirk vom Kinder- und Jugendtelefon «Nummer gegen Kummer».

Dann besteht eine Strategie darin, sich in sozialen Netzwerken einfach gar nicht an solchen Themen zu beteiligen, also still zu sein und nicht zu kommentieren, erläutert Pirk. Wer dann etwa auch im realen Leben auf dem Schulhof gefragt wird, warum er nicht mitmacht, sollte sich nicht auf eine Diskussion einlassen. Mit Antworten wie «Ich finde, das ist ein ernstes Thema», «Ich habe das Problem nicht», «Es ist mir egal» oder «Ich finde das einfach blöd» kann man das Gespräch schnell beenden. «Deshalb wird man jetzt nicht seine Freunde verlieren», sagt Pirk.

Wer sich über einen Freund Sorgen macht, weil er zum Beispiel Selbstmordgedanken äußert, hat mehrere Möglichkeiten: Er kann sich zunächst mit anderen Freunden oder mit den Eltern besprechen. Anonyme Hilfe gibt es etwa beim Jugendtelefon, Informationen im Internet bietet zum Beispiel der Verein Freunde fürs Leben.

Jugendschutz.net

Verein Freunde fürs Leben

Suizid-Berichte auf Kinderseiten im Internet

Berichte über Suizidgedanken, Selbstverletzungen und Essstörungen sind bereits auf Internetseiten für Kinder zu finden. Das geht aus dem Jahresbericht von jugendschutz.net. hervor. Demnach wurden allein im Februar und März 2015 in einschlägigen sozialen Netzwerken und Communitys fast 450 Beiträge über selbstgefährdendes Verhalten gefunden, die gegen den Jugendschutz verstoßen. Die jüngsten Autoren waren neun Jahre alt. Diese Entwicklung bereite große Sorge, erklärte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) in Berlin. Das rheinland-pfälzische Jugendministerium riet Eltern, ihre Kinder etwa durch das Installieren von entsprechenden Schutzprogrammen besser abzuschirmen. Jugendschutz.net ist die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet.

Anzeige
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Das Wetter in der Region
Mittwoch

16°C - 31°C
Donnerstag

17°C - 29°C
Freitag

10°C - 22°C
Samstag

11°C - 18°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

UMFRAGE
Was halten Sie von Maaßens Beförderung zum Staatssekretär im Innenministerium?

Hans-Georg Maaßen ist nach seinen umstrittenen Äußerungen zu ausländerfeindlichen Angriffen in Chemnitz seinen Posten als Verfassungsschutzpräsident los. Allerdings ist er nun zum Staatssekretär im Innenministerium befördert worden. Was halten Sie davon?

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Onlinerin vom Dienst

Celina de Cuveland

0157/86301747

Kontakt per Mail

Fragen zum Abo: 0261/98362000

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!