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    Port Elizabeth

    Südamerika stark wie nie bei der WM

    Tango statt Tarantella, Samba statt Chanson: Die Machtverhältnisse im internationalen Fußball scheinen sich bei der WM dramatisch zu verschieben.

    Ballkünstler
    Die brasilianische Nationalmannschaft posiert fröhlich für die Kamera.

    Weltmeister Italien und 2006-Finalist Frankreich blamierten sich in Südafrika bis auf die Knochen und mussten schon nach der Vorrunde die Koffer packen. Andere europäische Größen wie Deutschland, England und Spanien, die die reichsten Ligen der Welt haben, tun sich schwerer als erwartet. Derweil glänzen die «Underdogs» aus den Fußball-Armenhäusern. Im Schlepptau der «großen Brüder» Brasilien und Argentinien erwiesen sich auch die «kleinen Südamerikaner» in der Vorrunde als (fast) unschlagbar. Und auch die Asiaten sorgen für Aufsehen.

    Die Bilanz der Südamerikaner spricht Bände: In der Vorrunde haben Brasilien, Argentinien, Uruguay, Chile und Paraguay zusammen zehn Spiele gewonnen und sich nur in vier Begegnungen mit Unentschieden zufriedengegeben. Die einzige Niederlage kassierte Chile gegen Spanien. Alle fünf kamen weiter. Während bei der ersten WM in Afrika die einst hochgelobten Vertreter des Schwarzen Kontinents nahezu auf ganzer Linie enttäuschten und in der Runde der letzten 16 nur mit Ghana vertreten sind, schafften Japan und Südkorea erstmals außerhalb Asiens den Einzug ins Achtelfinale. In aller Munde sind aber vor allem die «Sudamericanos». Die Gründe für die starken Leistungen? «Die südamerikanische Qualifikation ist die schwerste, das stärkt die Teams», glaubt Uruguays früherer Mittelfeld-Star Enzo Francescoli.

    Viele haben vergessen, dass Diego Maradonas in Südafrika so locker aufspielende Argentinier erst im vergangenen Jahr mit Lionel Messi & Co. beim nicht qualifizierten Bolivien mit 1:6 untergingen. Das WM-Ticket lösten die «Gauchos» erst am letzten Spieltag. «Die Quali bei uns ist wie Krieg», sagte Brasiliens Star Kaká. Wenn man in der 3600- Meter-Höhe von La Paz oder in dem in jeder Hinsicht «heißen» Stadion «Defensores del Chaco» in Paraguay antreten muss, dann kann die WM kaum noch Schrecken bieten. Francescoli sieht einen weiteren Vorteil: «Die meisten Nationalspieler spielen inzwischen in Europa, dadurch werden sie taktisch flexibler, und sie kennen den Hauptgegner.»

    Die einstigen «schlampigen Strandfußballer» (O-Ton Max Merkel), die bei der WM 2006 keinen einzigen Vertreter im Halbfinale hatten, sind in taktischer und körperlicher Hinsicht gereift. «Die südamerikanischen Mannschaften spielen inzwischen besser organisiert und sind auf europäischem Niveau», erkannte in Südafrika nicht nur Spaniens Trainer Vicente Del Bosque. Heutzutage gebe es zudem im internationalen Fußball mehr Ausgeglichenheit. «Jeden Tag sind die Gegner besser und jedes Team kann scheitern», so der Spanier.

    Die Betroffenen frohlocken und genießen die Erfolge. «Vielleicht wundern sich viele über uns, aber für uns ist das keine Überraschung», sagt Uruguays Sturmstar Diego Forlán. Angesichts der Erfolge der Mannschaften südlich des Rio Grande, denen sich auch Mexiko anschließt, fordert der erfolgreichste europäische Torschütze von 2005 und 2000 mehr WM-Plätze für Südamerika. «Fünf statt viereinhalb ist das Mindeste! Wir machen auch die Ligen in Europa stark.» Brasiliens Trainer Carlos Dunga warnt vor einer «Revolution» kleinerer Fußball-Länder: «Wir müssen uns weiterentwickeln und das mit den großen Namen vergessen. Heute spielen viele Spieler im Ausland... Vielleicht sollten wir, die aus den traditionell starken Fußball-Ländern kommen, uns besser auf diese Situation einstellen.»

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