Archivierter Artikel vom 27.05.2013, 14:05 Uhr
Dortmund

Suche nach neuer Achter-Crew geht weiter

Die Suche nach den stärksten Ruderern für den Deutschland-Achter geht weiter. Nach dem unbefriedigenden Start in die nacholympische Saison vor zwei Wochen in Essen will Ralf Holtmeyer die EM vor allem zur Formüberprüfung des Kaders nutzen.

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Cheftrainer
Ralf Holtmeyer will wieder eine starke Crew für den Deutschland-Achter zusammenstellen.
Foto: Kevin Kurek – DPA

Erst im Anschluss an die kontinentalen Titelkämpfe von Freitag bis Sonntag in Sevilla wird der Bundestrainer die offizielle Crew für den weiteren Saisonverlauf benennen. «Wir befinden uns in einem Übergangsjahr und haben im Winter deutlich weniger trainiert als im Olympiajahr», sagte der Erfolgscoach von London 2012 in Dortmund.

Im Moment deutet wenig darauf hin, dass dem Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) erneut eine neue, den kompletten Olympiazyklus umfassende Siegesserie gelingen könnte. Ein vierter und fünfter Platz der beiden Achter des Dortmunder Stützpunkts bei der Hügel-Regatta Mitte Mai auf dem Essener Baldeneysee machten wenig Mut für die EM. Holtmeyer warnte vor übertriebener Erwartungshaltung: «In den anderen Nationen ist der Umbruch nicht so groß wie bei uns. Außerdem haben wir den Sieg nicht gepachtet.»

Der immens hohe Trainingsumfang vor London wurde bewusst deutlich reduziert. «So ein kleines Tief ist ganz erträglich. Man kann nicht über Jahre hinaus auf diesem hohen Niveau fahren, sonst nutzt sich das ab», sagte Holtmeyer.

Ein zweiter Saison-Kleinboottest in Ratzeburg eine Woche nach der EM soll letzte Aufschlüsse über die Frühform der Kandidaten bringen. Die offizielle Achter-Präsentation erfolgt am 14. Juni und damit erst rund zwei Monate vor der WM in Chungju (Südkorea).

In Eric Johannesen (Hamburg), Richard Schmidt (Trier), Kristof Wilke (Radolfzell), Maximilian Reinelt (Ulm) und Steuermann Martin Sauer (Berlin) kämpfen immerhin fünf Olympiasieger auf dem Guadalquivir-Fluss in Sevilla um EM-Medaillen. Sowohl im Vorlauf als auch im Finale am Sonntag wird Johannesen anstelle von Wilke auf dem Rollsitz des Schlagmanns sitzen. «Er bringt Stabilität in eine Mannschaft, die noch nicht so stabil ist», begründete Holtmeyer seine Wahl.

Crewmitglied Reinelt ist guten Mutes: «Wir fahren zu jeder Regatta, weil wir sie gewinnen wollen.» Holtmeyer sieht dem ersten internationalen Härtetest des Jahres vergleichsweise gelassen entgegen: «Unser Ziel sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, und da wollen wir mit dem Achter gewinnen. Wir müssen langfristig denken und dieses Ziel im Auge haben, sonst springt man von Regatta zu Regatta.»