Archivierter Artikel vom 04.08.2016, 05:05 Uhr

Studie: Schlafstörungen erhöhen Schlaganfall-Risiko

Essen (dpa). Neurologen haben wachsende Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Schlaganfall. «Wir wissen seit ein paar Jahren, dass Schlafstörungen ein Risikofaktor für Schlaganfälle sind», sagt der Neurologe Prof. Dirk Hermann von der Universitätsklinik Essen.

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Schlafende Frau
Wer regelmäßig unruhig schläft und damit an Schlafstörungen leidet, hat ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Das belegt eine Studie.
Foto: Malte Christians – dpa

Essen (dpa). Neurologen haben wachsende Hinweise auf einen
Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Schlaganfall. «Wir wissen
seit ein paar Jahren, dass Schlafstörungen ein Risikofaktor für
Schlaganfälle sind», sagt der Neurologe Prof. Dirk Hermann von der
Universitätsklinik Essen.

Zusammen mit einem Schweizer Kollegen hat
Hermann nun eine Übersichtsstudie im Fachjournal «Neurology»
(Onlineausgabe) veröffentlicht. Diese zeigt deutlich, dass
Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit, zu viel Schlaf und Atemaussetzer
das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Auch die Erholung nach Schlaganfällen werde behindert.

«Obwohl Schlafstörungen nach einem Schlaganfall häufig vorkommen,
werden nur sehr wenige Schlaganfall-Patienten auf diese getestet»,
sagte Hermann. «Die Ergebnisse unserer Übersichtsstudie zeigen, dass
sich dies ändern sollte.» So könne bei Schlafstörungen eher ein
weiterer Schlaganfall folgen. Nach Schlaganfällen brauche das Gehirn
zudem ausreichend Schlaf, um Nervenzellkontakte neu auszubilden. Die
Neurologen fordern vor allem, Schlafstörungen zu ergründen und zu
behandeln. Das werde bisher zu wenig gemacht.

Um Schlafaussetzer zu vermeiden, raten die Forscher zu speziellen
Atemmasken, die einen Kollaps der Atemwege verhindern. Dadurch würden
Atemaussetzer vermieden. Medikamentös könnten bei Schlafstörungen
niedrigdosierte Antidepressiva helfen. Hier seien aber Fachärzte
gefragt. Zu viele Tabletten seien insgesamt schädlich. Eine
unkontrollierte Einnahme von Schlafmitteln könne abhängig machen,
warnt Hermann.

Nützlich für gesunden Schlaf sind auch der Verzicht am Abend auf
Koffein, Alkohol, schweres Essen und exzessiven Sport. Schlafprobleme
in der Nacht sollten auch nicht durch einen Mittagsschlaf ausglichen
werden. Lesen sollte im Bett auch nur, wer leicht einschläft.

Schlafprobleme sind weit verbreitet. Bei Patienten nach Schlaganfall
kommen sie besonders häufig vor. Der Leiter des Schlafzentrums in der
Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa, Prof. Geert Mayer, schreibt
im Fachblatt «Der Nervenarzt» (6/2016), dass schlafbezogene
Atmungsstörtungen häufig unerkannt Schlaganfällen vorausgehen. «Sie
können einer von mehreren Risikofaktoren für den Schlaganfall
sein oder erst während des akuten Schlaganfalls auftreten.»

Homepage American Academy of Neurology