Archivierter Artikel vom 23.08.2010, 15:18 Uhr
Wien

Studie: Ozon macht Pflanzen allergieauslösender

Hohe Ozonwerte in der Luft im Sommer belasten nicht nur die Atemwege, sondern können auch für mehr Allergien sorgen. Dies geht aus einer im «Journal of Allergy Cilinical Immunology» veröffentlichten Studie von Wiener Forschern hervor.

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Allergie-Test
Stark ozonbelastete Luft führt den Studienergebnissen zufolge zu einem höheren Allergengehalt in Pflanzen. (Bild: dpa)

Stark ozonbelastete Luft führt demnach zu einem höheren Allergengehalt in Pflanzen, wie die Experten um den Immunologen und Projektleiter Rudolf Valenta von der Medizinischen Universität Wien berichten. Damit deute sich ein Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und der Zunahme von Allergien an, teilten die Wissenschaftler am Montag (23. August) in Wien mit.

Für ihre Forschungen hatten die Experten zwei Roggensorten in so stark ozonbelasteter Luft (79 parts per billion; 79 Teile Ozon pro einer Milliarde Teilchen Luft) wachsen lassen, wie es in etwa den Spitzenwerten an einem heißen Tag in Wien entspricht. Zum späteren Vergleich züchteten sie auch Pflanzen bei normaler Ozonkonzentration (22 parts per billion).

Nach der Untersuchung der gereiften Pollen zeigte sich: Bei beiden Roggensorten hatte die hohe Ozonbelastung einen Anstieg des Eiweiß- und des Allergengehalts zur Folge. Dann brachten die Forscher Roggen-Proteinextrakte mit Antikörpern des menschlichen Immunsystems von Allergiepatienten zusammen. «Dabei zeigte sich, dass die Proteinextrakte der ozongestressten Pflanzen stärker mit den – für die Entstehung von Allergien relevanten – IgE-Antikörpern reagieren als die der Kontrollpflanze und somit allergener sind», formulieren die Forscher als Ergebnis der Studie.