40.000
  • Startseite
  • » Studie: Betreuungsgeld hält von frühkindlicher Bildung ab
  • Aus unserem Archiv
    Berlin

    Studie: Betreuungsgeld hält von frühkindlicher Bildung ab

    Zum 1. August wird das Betreuungsgeld von 100 auf 150 Euro angehoben. Doch die Kritik an dem vor einem Jahr durchgesetzten Projekt will nicht verstummen. Eine Befragung von mehr als 100 000 Eltern gibt den Kritikern neuen Auftrieb.

    Ein Jahr Betreuungsgeld
    Eine Studie zeigt: Oft nehmen gerade Eltern, deren Kindern eine Kita gut tun würde, lieber das Betreuungsgeld.
    Foto: Jan Woitas - DPA

    Das vor einem Jahr eingeführte Betreuungsgeld hält einen nicht unerheblichen Teil von Migrantenfamilien und bildungsfernen Eltern offensichtlich davon ab, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Dies ist das Ergebnis einer großen Umfrage des Deutschen Jugendinstituts und der Universität Dortmund bei weit über 100 000 Elternpaaren mit Kindern unter drei Jahren. Demnach stellt das Betreuungsgeld besonders für sozial benachteiligte Familien einen Anreiz dar, kein staatliches Angebot frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung zu nutzen, heißt es im Abschlussbericht der Untersuchung, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

    Die Studie der Wissenschaftler bestätigt damit die Kritiker des noch von der schwarz-gelben Vorgängerregierung beschlossenen Betreuungsgeldes. Es war auf maßgeblichen Druck der CSU eingeführt worden. Seit August 2013 erhalten Eltern, die für ihre Kleinkinder weder einen Kita-Platz noch eine Tagesmutter in Anspruch nehmen, vom 15. Lebensmonat bis zum dritten Lebensjahr monatlich 100 Euro. Ab 1. August dieses Jahres werden es 150 Euro sein.

    In der Studie nannten gut 31 Prozent der Eltern ohne Bildungsabschluss und knapp 23 Prozent der Eltern mit Hauptschulabschluss das Betreuungsgeld als Grund dafür, dass sie ihre Kleinkinder nicht in eine Kita schicken. Bei Familien mit mittlerer Reife reduziert sich dieser Anteil auf 14 Prozent, bei Akademikern gar auf 8 Prozent.

    Von den Familien mit Migrationshintergrund, die keine Betreuung wünschten, führten 25 Prozent das Betreuungsgeld als Begründung an. Bei deutschstämmigen Familien lag dieser Anteil lediglich bei 13 Prozent.

    Laut den Autoren zeigen die Befunde, dass das Betreuungsgeld zu einer sozial ungleichen Inanspruchnahme von frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung beiträgt. Die Geldprämie setze gerade bei jenen Familien falsche Anreize, für deren Kinder frühkindliche Bildungsangebote und Sprachförderung besonders wichtig seien.

    Destatis-Mitteilung

    Habe ich Anspruch?

    Wer sein Kind unter drei Jahren nicht in einer Kita oder bei einer Tagesmutter hüten lassen will, kann Betreuungsgeld beantragen. Vom 1. August dieses Jahres an erhalten Eltern 150 Euro pro Monat und Kind. Bisher waren es seit der Einführung vor genau einem Jahr 100 Euro. Die Sozialleistung wird maximal vom 15.

    Lebensmonat bis zum dritten Geburtstag gezahlt. Dabei darf das Kind nicht vor dem 1. August 2012 geboren sein.

    Das Betreuungsgeld wird unabhängig davon gezahlt, ob die Eltern erwerbstätig sind. Es wird bei Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag angerechnet. Väter und Mütter können Betreuungsgeld nicht parallel mit dem Elterngeld bekommen - nur nacheinander.

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onlinerin vom Dienst
    Regina Theunissen
    0261/892267 oder 0170/6322020
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

     

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Montag

    10°C - 14°C
    Dienstag

    13°C - 16°C
    Mittwoch

    12°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 19°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!