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Berlin

Studenten leistungsorientiert – aber gestresst

Studenten in Bachelor-Studiengängen sind heute leistungsorientierter. Zugleich fühlen sich die Bachelor-Studenten aber mehr gestresst und sind von Anfang ihres Studiums an in Sorge, nicht für das weiterführende Masterstudium zugelassen zu werden.

Dies ist ein Ergebnis einer am Dienstag (16. Februar) in Berlin vorgestellten umfangreichen Untersuchung über die Erfahrungen von Studierenden in Bachelor-Studiengängen. Die Studie wurde von einem Team um den Hochschulforscher Tino Bargel im Auftrag des Bundesbildungsministeriums erstellt.

Mit 80 Prozent unterstützt danach die große Mehrheit der Studierenden die Ziele des vor zehn Jahren auch an den deutschen Hochschulen eingeleiteten «Bologna-Prozesses» mit den aufeinander aufbauenden Bachelor- und Masterabschlüssen. Dies gelte sowohl für die internationale Ausrichtung, die gewünschte Studienphase im Ausland wie auch für die Vergleichbarkeit von Standards in der Ausbildung. Gleichwohl gibt es aber auch heftige Klagen über organisatorische Mängel sowie über die inhaltliche Umsetzung des Bologna-Studienkonzeptes durch die Universitäten.

Als «erschreckend» bezeichnete der Parlamentarische Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel die Klagen der Studierenden über fehlende Kontakte zu ihren Professoren. Nach der Untersuchung verneinen 20 Prozent der Bachelor-Studenten Kontakte zu ihren Lehrenden, fast die Hälfte hat sie selten (48 Prozent) und nur sieben Prozent gaben an, unmittelbaren Zugang zu ihren Dozenten zu haben. Bargel sagte, dies sei allerdings nicht nur ein Phänomen des Bachelor-Studiums, sondern der Massenhochschule. Ähnliche Kritik gebe es auch aus Diplom-Studiengängen. Für die Untersuchung wurden mehr als 8500 Studenten befragt sowie weitere Studien ausgewertet.

Die Übertragung des Studenten-Auswahlrechts für die weiterführenden Master-Studiengänge an die Hochschulen hat nach Aussage von Bargel bei vielen Studenten zu einem Klima der Verunsicherung geführt. «Der Weg ins Masterstudium erscheint vielen als nicht steuerbar.» Sie fürchten Ungerechtigkeiten und soziale Selektion.

Gleichwohl ist die Sorge vieler Studierenden, allein mit dem Bachelor-Abschluss keinen guten Arbeitsplatz zu finden, im Vergleich zu früheren Untersuchungen leicht rückläufig. Bargel sagte, die meisten jungen Menschen wollten heute effektiv studieren und auch einen schnellen Abschluss machen. Zugleich empfänden sie aber auch «mehr Kälte» im Studium und hätten nicht mehr so großen Spaß am Studentenleben wie am Erkenntnisgewinn wie die Generationen vor ihnen.

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