Archivierter Artikel vom 30.03.2011, 13:22 Uhr

Straße der deutschen Sprache geplant

Köthen (dpa/tmn). Eine neue Straße der deutschen Sprache soll 25 Städte in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen verbinden. Die Ferienstraße soll im thüringischen Schleiz beginnen und über Weimar, Meiningen, Eisenach und Köthen nach Leipzig führen.

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«Wir wollen zum einen das Bewusstsein für die deutsche Sprache stärken und zum anderen mehr Besucher in die Städte locken», sagte Thomas Paulwitz von der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft. In den 25 Städten ereigneten sich sprachgeschichtlich bedeutsame Ereignisse, oder bekannte Persönlichkeiten der deutschen Sprache lebten dort. Am Startpunkt Schleiz zum Beispiel hat Konrad Duden seine ersten Aufzeichnungen niedergeschrieben, um die Rechtschreibung zu vereinheitlichen.

Die Burg Falkenstein ist Teil der Route, weil Eike von Repgow dort im Mittelalter den Sachsenspiegel verfasste, das erste deutsche Rechtsbuch. Und Mühlhausen soll laut Thomas Paulwitz gewürdigt werden, weil die Stadtverwaltung sich bemüht, Anglizismen zu vermeiden.

«Mitteldeutschland kann man als Sprachzentrum bezeichnen», erklärte Paulwitz. Denn die dortige Mundart habe die Meißner Kanzleisprache maßgeblich beeinflusst, auf die Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung zurückgegriffen hat.

Die einzelnen Stationen der Route – darunter auch Kamenz, Bautzen, Reichenbach und Oelsnitz im Vogtland – sollen durch einheitliche Schilder erkennbar sein. «Die Straße dient aber vor allem dazu, bestehende Angebote miteinander zu vernetzen, da muss nichts Neues aus dem Boden gestampft werden», sagte Paulwitz.

Neue Fruchtbringende Gesellschaft im Netz

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Neue Fruchtbringende Gesellschaft

Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V., eine Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache, wurde am 18. Januar 2007 gegründet. Sie sieht sich in der Tradition der historischen Fruchtbringenden Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die in Weimar gegründet wurde. Das Ziel der Sprachpfleger ist es, die deutsche Sprache als Amts-, Kultur-, Landes- und Wissenschaftssprache zu erhalten, zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dazu will die Gesellschaft unter anderem mit Aktionen an die Öffentlichkeit treten, um das Bewusstsein der Menschen für die deutsche Sprache zu schärfen.

Die Fruchtbringende Gesellschaft des Barock entstand 1617 in Weimar und war damit die erste deutsche Sprachgesellschaft. Ins Leben gerufen wurde sie von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen und anderen sachsen-weimarischen und anhaltischen Regenten und Hofleuten. Die Gesellschaft mit Sitz in Köthen verfolgte das Ziel, die deutsche Sprache gegenüber dem Latein zu emanzipieren. Deutsch sollte sowohl von Gelehrten als auch von Dichtern verwendet werden.