Archivierter Artikel vom 02.05.2011, 15:11 Uhr
Rheinland-Pfalz/St

STIMMEN: Mittelrhein-Politiker bestürzt über Aus für Brücke

Goarshausen – Mit großer Bestürzung haben Basisvertreter der großen Volksparteien auf die Meldung reagiert, nach der die Mittelrheinbrücke bei St. Goarshausen nun doch nicht gebaut wird.

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Rheinland-Pfalz/St. Goarshausen – Mit großer Bestürzung haben Basisvertreter der großen Volksparteien auf die Meldung reagiert, nach der die Mittelrheinbrücke bei St. Goarshausen nun doch nicht gebaut wird.

  • „Das ist ein sehr schwarzer Tag für unsere Stadt„, sagt St. Goarshausens Stadtbürgermeister Bernhard Roth (CDU). “Wir sind also auch in Zukunft abgeschnitten von der A61 und dem Flugplatz Hahn.“ Er fordert, dass die von den Kreisen Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück eingeleitete Bürgerbeteiligung, die auf Vorschlag des Innenministeriums vor der Wahl initiiert wurde, weiter verfolgt wird.
  • Gleiches verlangt auch Landrat Günter Kern (SPD), der besonders die Landes-Grünen in die Pflicht nimmt. „Ich erwarte von den Grünen, dass die Bürgerbeteiligung fortgeführt wird, sonst macht sich die Partei unglaubwürdig.“ Kern zieht den Vergleich zum Bahn-Projekt „Stuttgart 21“ in Baden-Württemberg, wo die Bürger nach den Vorstellungen der Grünen künftig stärker an Entscheidungen beteiligt werden sollen. „Man kann die Mittelrheinbrücke nicht einfach mit einem Federstrich vorbei an den Bürgern wegstreichen.“
  • Der Landrat hatte sich kurz nach der Landtagswahl gemeinsam mit seinem Hunsrück-Kollegen Bertram Fleck (CDU) noch einmal offensiv für die Mittelrheinbrücke eingesetzt. Genutzt hat es nichts. Dennoch will der Ausdauersportler nicht aufgeben. „Als Marathon-Läufer brauche ich einen langen Atem. Ich gebe auch in Sachen Brücke noch nicht auf.“
  • Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, Dieter Clasen (CDU), kann aus der Lage keinen Optimismus ziehen. „Das Projekt ist gestorben.“ Clasen ist sauer, „weil man uns die Brücke sehr lange als einzige Infrastruktur-Maßnahme verkauft hat. Überparteilich haben so viele gesagt, dass die Brücke eine Chance ist, und nun das.“
  • Der Grüne MdB Josef Winkler aus Bad Ems wertet die Entscheidung zur Brücke dagegen als großen Erfolg für seine Partei. Die Forderung des Landrates Richtung Grüne kann er nicht nachvollziehen. „Die SPD hat die Entscheidung mitgetragen. Herr Kern muss sich an seine Genossen wenden.“ Dass die Brücke zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommt, bezeichnet Winkler als „gut für Touristen und die Region. Die Bürgerbeteiligung weiter zu verfolgen, hält Josef Winkler für absurd: „Wieso sollte es eine Beteiligung geben zu einem Projekt, das die Landesregierung gar nicht will?“