Archivierter Artikel vom 14.09.2010, 16:28 Uhr
Berlin

Stichwort: Hormonpräparat Oral-Turinabol

Das Anabolikum Oral-Turinabol war ein verbreitetes Dopingmittel in der DDR. Wie auch andere Anabolika sollte das Mittel Sportler belastbarer machen, damit sie länger und härter trainieren können. In der DDR wurden Weltspitze-Athleten damit gedopt.

Muskelpillen
Noch immer im Gebrauch: Ein Zollbeamter hält beschlagnahmte Pillen zum Muskelaufbau in der Hand.

Der Wirkstoff Dehydrochlormethyltestosteron ist eine Abwandlung des männlichen Sexualhormons Testosteron. Die rezeptpflichtigen Tabletten gab es in zwei Sorten – rosafarbige mit einem Milligramm Wirkstoff und blaue mit der fünffachen Menge.

Nach Angaben des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule in Köln hat das synthetische Anabolikum zahlreiche Nebenwirkungen. Das Risiko eines Herzinfarktes und Leberschäden können demnach steigen. Bei Frauen kann das Mittel zudem zu einer Vermännlichung mit einem Tieferwerden der Stimme und Bartwuchs führen, auch zu Menstruationsstörungen und Unfruchtbarkeit. Bei Männern können Potenzstörungen und Prostataerkrankungen auftreten, bei Kindern und Jugendlichen kann das Wachstum beeinflusst werden.

Das Mittel wurde vom DDR-Arzneimittelwerk VEB Jenapharm in den 1960er Jahren entwickelt. Wegen seiner leberschädigenden Wirkung wurde es 1994 vom Markt genommen.