Archivierter Artikel vom 29.06.2010, 15:30 Uhr

Stent schützt vor allem Jüngere vor Schlaganfall

Berlin (dpa/tmn). Vor allem jüngere Patienten profitieren bei einer verengten Halsschlagader von einem Stent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle US-amerikanische Studie.

Lesezeit: 1 Minuten

Eine solche Gefäßstütze sei eine gleichwertige Behandlungsalternative zur Operation, um die Betroffenen vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen, erläutert die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) in Berlin. An der Studie nahmen 2502 Patienten teil, die schon einen Schlaganfall hatten oder denen aufgrund einer erheblich verengten Halsschlagader einer drohte. Die eine Hälfte der Patienten wurde mit dem bisherigen OP-Standardverfahren behandelt, bei dem die Schlagader geöffnet wird und die kalkartigen Ablagerungen aus der Gefäßwand herausgeschält werden. Die anderen bekamen einen Stent.

Im ersten Monat lag bei der zweiten Gruppe die Schlaganfallrate zwar etwas höher als bei den OP-Patienten. Aber diese sei durch eine geringere Rate an Herzinfarkten wieder aufgehoben worden, so die DGNR. Besonders günstig seien die Ergebnisse mit den Stents bei 50- bis 70-Jährigen gewesen. Ist die Verkalkung der Ader ausgedehnter und der Patient älter, gelte dagegen die OP häufig als bessere Wahl.

Beim Einsetzen eines Stents braucht der Arzt allerdings viel Erfahrung. Wie bei einer OP bestehen auch Risiken: So kann es der DGNR zufolge passieren, dass sich bei der Behandlung Teile der Kalkablagerung ablösen und im Gehirn ein Gefäß verengen. Das kann dann zu einem Schlaganfall führen, vor dem der Stent eigentlich schützen soll.