Archivierter Artikel vom 08.07.2010, 21:16 Uhr
Lausanne

Starkes Bolt-Comeback – Nytras Hürden-Flug

Weltrekordler Usain Bolt hat beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Lausanne ein starkes Comeback gefeiert. Über 100 Meter flitze der 22-jährige Jamaikaner in 9,82 Sekunden zum Sieg.

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Blitzsieg
Usain Bolt feiert seinen Sieg über die 100 Meter in Lausanne.

Damit stellte er auch die Weltjahresbestzeit seines Landsmannes Asafa Powell ein. Insgesamt gab es bei hochsommerlichen Temperaturen sieben Weltbestleistungen.

Weltklasse waren zwei deutsche Athleten: Hürdensprinterin Carolin Nytra vom Bremer LT lief in persönlicher Bestzeit in 12,57 Sekunden auf Platz zwei. Es war die schnellste Zeit einer Deutschen über 100 Meter seit vielen Jahren. Um Haaresbreite gewann die Kanadierin Priscilla Lopes-Schliep (12,56 Sekunden). Stark trumpfte auch Stabhochspringer Malte Mohr auf. Der Zweite der Hallen-EM aus München stellte mit 5,80 Meter seine persönliche Bestleistung ein und landete hinter dem Franzosen Renaud Lavillenie (5,85 Meter) und Weltmeister Steve Hooker (Australien/5,80) auf Platz drei. Mohr hatte zuvor die 5,70 Meter erst im dritten Versuch geschafft.

Dagegen präsentierte sich die Weltjahresbeste Nadine Müller nicht in Bestform und wurde nur Fünfte im Diskuswerfen. Die 24-Jährige WM- Sechste aus Halle blieb mit 61,14 Metern unter ihren Möglichkeiten. Siegerin wurde die Kubanerin Yarelis Barrios mit 65,92 Metern.

Sechs Wochen musste der dreifache Olympiasieger und Weltrekordler Usain Bolt pausieren. Um nicht zu riskieren, dass seine Probleme an der Achillessehne zurückkehren könnten, lief Bolt nicht wie vorgesehen die geplanten 200, sondern nur über die 100 Meter. «Mein Arzt hat mir geraten, keine Kurve zu laufen», erklärte Bolt. Damit konnte er geschickt auch dem Amerikaner Walter Dix ausweichen. Der Olympia-Dritte hatte zuletzt Ex-Weltmeister Tyson Gay besiegt.

Für Bolt war Lausanne erst sein zweiter Diamond-League-Start. Im Mai hatte er in Shanghai das 200-Meter-Rennen in 19,76 Sekunden gewonnen. Bei seinem bislang einzigen 100-Meter-Start in dieser Saison war er beim World-Challenge-Meeting im südkoreanischen Daegu nach 9,86 Sekunden ins Ziel gekommen.

Weltjahresbestleistung gab es fast am laufenden Band. Im Hochsprung stellten die Russen Ivan Uchow (1. Platz) und Jaroslaw Rybakow (2.) mit 2,33 Meter die bisherige Bestmarke ein. Bei den Frauen verfehlte Olympiasiegerin Yargelis Savigne (Kuba) die 15-Meter-Marke um einen Zentimeter. Mit 14,99 Meter gelang ihr aber der bislang weiteste Dreisprung des Jahres. Über 1500 Meter gab es sowohl bei den Frauen als auch bei den Männer Weltjahresbestzeiten: Die Äthiopierin Gelete Burka siegte bei Temperaturen um 30 Grad Celsius in 3:59,28 Minuten, der Kenianer Nicholas Kemboi setzte sich mit 3:31,52 Minuten durch.

Auch über 3000 Meter ließ sich Vivian Cheruiyot nicht von der Hitze stoppen: Die Kenianerin gewann in 8:34,58 Minuten – schneller war 2010 keine andere auf dieser Distanz. Dies galt auch für Brimin Kiprop Kipruto (Kenia), der die 3000 Meter Hindernis in blendenden 8:01,62 Minuten für sich entschied. Eine weitere Weltjahresbestzeit steuerte der Amerikaner Jeremy Wariner bei, der die 400 Meter in 44,57 Sekunden rannte.

Keine Chance ließ der Kenianer David Rudisha über 800 Meter in 1:43,25 Minuten dem Olympiasieger Mbulaeni Mulaudzi (Südafrika/1:43,58). Hürdensprint-Olympiasieger Dayron Robles aus Kuba siegte in 13,01 Sekunden, kam aber nicht an die beim Meeting in Eugene erzielte Klassezeit des Amerikaners David Oliver (12,90 Sekunden) heran.