Archivierter Artikel vom 26.10.2010, 16:18 Uhr

Starker Schwindel kann auf Schlaganfall hinweisen

Berlin (dpa/tmn). Plötzlich auftretende Lähmung, starker Schwindel sowie Sprech- und Sehstörungen sollten ernst genommen werden – sie können auf einen Schlaganfall hinweisen.

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«Viele machen sich bei so etwas keine Sorgen, weil es nicht wehtut», sagte Prof. Joachim Röther am Dienstag (26. Oktober) im Vorfeld des Weltschlaganfalltags am 29. Oktober in Berlin. Der Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft warnte davor, aus Angst vor falschem Alarm nicht die 112 zu wählen: «Diese Scheu muss man ablegen.» Wenn plötzlich der Mundwinkel hängt oder die Worte ausbleiben, müsse ein Rettungswagen anrücken.

Laut einer US-Studie halten nur etwa Hälfte der Befragten einen Notruf für notwendig, wenn ein Angehöriger plötzlich nicht mehr richtig sprechen kann. Bei einer Halbseitenlähmung sind es nur knapp über 40 Prozent und bei Sehstörungen nur 20 Prozent. In Deutschland kämen immer noch mehr als 70 Prozent der Patienten, die nach dem Schlaganfall eine Thrombolyse brauchen, zu spät in eine Klinik, sagte Röther. «Hier gibt es noch eine ganz große Hürde – anders als beim Herzinfarkt.»

Für die Auflösung des Blutgerinnsels ist schnelles Handeln besonders wichtig: Eine Thrombolyse wirke nur bis maximal viereinhalb Stunden, nachdem die Ausfallerscheinungen aufgetreten sind, erläuterte Röther. Das eigene Auto lassen Angehörige am besten stehen: Der Transport in einem Rettungswagen sei schneller, und die Besatzung wisse meistens auch, wo sich die nächste neurologische Klinik mit «Stroke Unit» befindet. Diese Stationen sind auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert. Dort werden derzeit rund zwei Drittel aller Patienten behandelt.