Archivierter Artikel vom 19.05.2010, 18:00 Uhr
Berlin

Sporthilfe will Förderniveau beibehalten

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) will auch künftig mit 11 bis 12 Millionen Euro jährlich die deutschen Top-Athleten unterstützen.

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Das teilten der Vorstandsvorsitzender Michael Ilgner und der Aufsichtsratsvorsitzender Werner E. Klatten den Abgeordneten des Sportausschusses bei der Vorstellung ihre neuen Finanzierungskonzepts mit.

Seit der Gründung am 26. Mai 1967 wurden über 40 000 Sportler in über 50 Sportarten mit mehr als 350 Millionen Euro gefördert. 90 Prozent der deutschen Erfolge bei EM, WM und Olympischen Spielen wurde von Sporthilfe geförderten Athleten erzielt, darunter 210 Olympia-Goldmedaillen.

Die Bruttoerträge der Deutschen Sporthilfe sind zwar laut Ilgner seit 2006 (15,2 Millionen) in der absoluten Summe annähernd gleich geblieben – 2010 sind 15,1 Millionen geplant – haben sich aber inhaltlich stark verändert. So sind die Einnahmen aus Lotterie (GlücksSpirale) und Sportbriefmarken von 9,1 auf 5,2 Millionen zurück gegangen. Deshalb müssten neue Schritte entwickelt und Maßnahmen unternommen werden, um die finanzielle Ausstattung abzusichern.

Laut DSH macht die Sporthilfe-Förderung für knapp die Hälfte der aktuell rund 4000 Athleten über 50 Prozent ihrer sportbezogenen Einnahmen aus. Von der DSH unterstützte Athleten hätten im Schnitt eine 59,8-Stunden-Woche (Sport und Ausbildung/Beruf), der ein verfügbares Netto-Einkommen von 626 Euro gegenüber stehe.

Zur Generierung neuer finanzieller Mittel hat die DSH im Januar 2010 eine Kampagne unter dem Namen «Dein Name für Deutschland» begonnen, in der nicht nur die deutsche Wirtschaft angesprochen, sondern auch die Bevölkerung zum Mitmachen aufgerufen wird. Mit einem monatlichen Beitrag von drei Euro kann jeder sportbegeisterte Bürger offizieller Sponsor der deutschen Spitzensportler werden. Gewinne man 20 000 Mitglieder bedeute das 700 000 Euro Einnahmen im Jahr. «Schon im zweiten Jahr wären wir deutlich in den schwarzen Zahlen», rechnete Klatten vor. Nachdem 2008 ein 1-Millionen-Bundeszuschuss für die DSH nötig war, wolle man in der Zukunft weiterhin auf staatliche Mittel verzichten.