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Düsseldorf

«Spion» Heiko Scholz will kein Bekloppter sein

dpa

Heiko Scholz ist auch als Amateurtrainer ein Vollprofi. Als «Spion» nahm der Chefcoach des fünftklassigen TSV Germania Windeck die Chance wahr, Erstrunden-Pokalgegner Bayern München gegen Real Madrid noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Vorfreude
Windeck-Trainer Heiko Scholz freut sich auf die Bayern.

«Das wollte ich einfach nur genießen. Aber neue Erkenntnisse – nein. Die Bayern kennt doch jeder.» Der ehemalige Nationalspieler und Erstliga-Coach Scholz machte vor dem «Jahrtausendspiel» seiner Elf an diesem Montag keinen Hehl aus der Chancenlosigkeit seiner Underdog-Truppe im Kölner Duell mit dem Titelverteidiger und Rekord-Cupgewinner: «Wenn wir so vermessen wären, von der zweiten Runde zu sprechen, hält uns doch jeder für bekloppt.»

Verrückt ist Scholz, dessen Vertrag als Assistent beim Zweitligisten MSV Duisburg nicht verlängert worden war, keineswegs. Aber ein akribischer Arbeiter: Seit mehr als fünf Wochen bereitete er seine Teilzeit-Fußballer Tag für Tag ab 17.30 Uhr auf die Auseinandersetzung von «David» Windeck gegen «Goliath» München vor: «Die Jungs haben absolut professionell durchtrainiert.»

Und so gestaltete er auch die letzten Stunden vor dem Bayern- Auftritt im RheinEnergieStadion, wo mehr als 32 000 Zuschauer erwartet werden. Am Samstag war für 17.00 Uhr noch eine Einheit im Germania-Sportpark in Dattenfeld angesetzt. Am Sonntag war Treffpunkt des gesamten Kaders in Leverkusen, danach bezogen Scholz und Co. in Köln ein Hotel – anders macht es auch ein Profiverein nicht.

Doch in der letzten Phase vor dem ungleichen Spiel kribbelte es auch bei Scholz. «Wenn das nicht so wäre, dann hätte ich den falschen Beruf gewählt.» Und bei seinen 26 Aktiven lässt er sogar den Pokaltraum aller Amateure zu: «Ganz weit hinten im Kopf sollen sie ihn haben. Wir brauchen Glück, einen Super-Torwart, wir müssen einfach von Minute zu Minute Selbstbewusstsein sammeln.»

Ein simples Konzept, wenn da nicht die Realität wäre. Und die heißt nun mal Bayern München. «Es wäre das normalste Ding der Welt, dass wir verlieren», sagt der 44-jährige Scholz. Und wenn – nicht weiter tragisch: «Das Los war unser Sieg.» Selbst eine dicke Packung wäre für ihn kein Drama: «Ein schlimmes Ergebnis kann es gegen die Bayern doch gar nicht geben. Wir wollen das alles einfach nur genießen.»

Die Bayern kommen ohne Ivica Olic (Knieblessur) und Daniel van Buyten (Sprunggelenksverletzung), aber mit Respekt nach Köln. «Windeck ist sehr gut organisiert. Es ist schwer, so eine Mannschaft zu schlagen», sagte Trainer Louis van Gaal, der den Gegner zweimal beobachten ließ.

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