Archivierter Artikel vom 16.03.2011, 10:22 Uhr
Berlin

Spenden für Japan: Das gilt es zu beachten

Nach dem verheerenden Erdbeben, Tsunami und den Atomunfällen in Japan rufen viele Hilfsorganisationen zu Spenden auf. Damit das Geld wirklich bei den Betroffenen ankommt, sollten Spender einige Punkte beachten – und sich vor Betrugsversuchen schützen.

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Hilfsorganisation sorgfältig auswählen
Damit die Hilfe wirklich bei den betroffenen Menschen ankommt, sollten Spender die Hilfsorganisation mit Bedacht auswählen. (Bild: dpa)
Foto: DPA

Wer den Menschen in Japan mit einer Spende helfen will, sollte sich vor einer Überweisung vergewissern, dass die betreffende Hilfsorganisation die nötige Kompetenz besitzt, erklärt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin. Das heißt: Die Organisation sollte sich mit den örtlichen Bedingungen auskennen, über gut funktionierende Kontakte verfügen und sich mit den Behörden und anderen Hilfsorganisationen vor Ort gut abstimmen.

Bei Spendenaufrufen, die viele Emotionen wecken, aber wenig Informationen über die konkret geplanten Hilfsmaßnahmen bieten, sei Misstrauen angebracht, rät das DZI. Spender sollten daher sorgfältig darauf achten, dass dem Spendenaufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Gelder eingesetzt werden sollen.

Das DZI warnte vor einem aktuellen Fall: Unter Verwendung einer angeblichen E-Mail des DZI habe eine Person versucht, bei verschiedenen Tageszeitungen eine Anzeige mit einem Spendenaufruf zu veröffentlichen, hieß es. Die Spenden, die von einer «privaten Gruppe von Dozenten und Studenten» gesammelt würden, sollten deutschen Opfern in Japan zugutekommen. Das DZI distanzierte sich ausdrücklich von dem Aufruf. Weder der Absender noch die angegebene Bankverbindung seien dem Institut bekannt.

Viele Menschen würden statt Geld ohnehin lieber Kleider und Decken spenden. Die Flut hat vielen Japanern nur das gelassen, was sie am Körper tragen. Doch die gut gemeinte Kleiderspende aus Deutschland leistet keine echte Hilfe. «Geldspenden können von den Hilfsorganisationen zumeist flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden», erläutert das DZI.

«Die Transportkosten nach Japan sind höher als der Sachwert der Spenden», sagt auch Silvia Holten von der Hilfsaktion World Vision Deutschland in Friedrichsdorf. Birte Steigert von der «Aktion Deutschland Hilft» in Bonn erläutert: «Es ist auch ein logistisches Problem, 200 000 Decken dorthin zu bekommen. Außerdem kostet es uns zusätzliche Spendengelder, den Transport zu bezahlen.»

Noch seien die in Japan ansässigen Hilfsorganisationen mit Hilfe von Geldspenden in der Lage, die Güter direkt im Land zu beschaffen, sagen die Expertinnen. Ginge das nicht mehr, würden man diese zunächst aus umliegenden Ländern holen. Das DZI weist darauf hin, dass Sachgüter nur dann gespendet werden sollen, wenn seriöse Organisationen gezielt darum bitten.

Das Institut hat eine Liste von kompetenten Hilfsorganisationen zusammengestellt. Sie wird jeweils dem aktuellen Informationsstand angepasst und umfasste am Mittwoch (16.3.) folgende Organisationen:

- ADRA Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe e.V. Commerzbank, Kto 200 070 209, BLZ 508 800 50, Stichwort: «Japan Tsunami»

- HELP – Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Commerzbank, Kto 240 003 000 BLZ 370 800 40, Stichwort: «Japan»

- Geschenke der Hoffnung e.V., Postbank Berlin, Kto 104 102 BLZ 100 100 10, Stichwort: «Erdbebenhilfe Japan»

- ChildFund Deutschland e.V., Bank für Sozialwirtschaft, Kto 778 00 06, BLZ 601 205 00, Stichwort: «Japan»

- Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, VR-Bank Schwalm-Eder, Kto 21 21 21, BLZ 520 626 01, Stichwort: «8320 Nothilfe Japan»

- Caritas International, Kontonummer 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00, Stichwort: «Tsunami»

- Diakonie Katastrophenhilfe, Kontonummer 502 707, Postbank Stuttgart BLZ 600 100 70, Stichwort: «Erdbebenhilfe Japan»

- Aktion Deutschland Hilft (ADH), Kontonummer 10 20 30, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort: «Erdbeben/Tsunami Japan»

- Deutsches Rotes Kreuz, Kontonummer 41 41 41, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort: «Tsunami»

- World Vision Deutschland e.V., Kontonummer 20 20, Volksbank Frankfurt, BLZ 501 900 00, Stichwort: «Erdbeben Japan»

Webseite des DZI