Archivierter Artikel vom 05.11.2013, 08:00 Uhr
Köln

SPD-Kritik an FCB-Aufsichtsrat für Hoeneß-Rückhalt

SPD-Fraktionsvize Joachim Poß hat den Aufsichtsrat des FC Bayern München dafür kritisiert, an dem wegen Steuerhinterziehung angeklagten Uli Hoeneß als Vorsitzenden des Gremiums festzuhalten.

SPD-Fraktionsvize
Joachim Poß kritisiert den Aufsichtsrat des FC Bayern München.
Foto: Karlheinz Schindler – DPA

«Die rechtsstaatliche und moralisch-ethische Ignoranz dieser Spitzenmanager schlägt dem Fass den Boden aus», sagte Poß dem «Kölner Stadt-Anzeiger» mit Blick auf die Aufsichtsratsmitglieder. «Ich habe jedenfalls andere rechtsstaatliche und moralische Vorstellungen als diese hochmögenden Herren. Das verschlägt einem schon gelegentlich die Sprache.» Hoeneß sei zur «Symbolfigur der Oberschichtenkriminalität geworden – der Oberschichtenkriminalität mit Namen Steuerbetrug», fügte Poß hinzu.

Im Aufsichtsrat des Klubs sitzen unter anderem Audi-Chef Rupert Stadler, VW-Chef Martin Winterkorn, Adidas-Boss Herbert Hainer und der künftige Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges.

Hoeneß muss sich im kommenden Frühjahr wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Sein Fall hatte im Bundestagswahlkampf eine Debatte über Steuerbetrug ausgelöst. Das Thema spielt auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD eine Rolle.