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Southampton hat mehr zu bieten als die Autobahn nach London

Mit mehr als 200 Schiffsanläufen und über 1,7 Millionen Passagieren im Jahr ist Southampton ein Magnet für Kreuzfahrt-Passagiere. Viele steigen jedoch direkt in den Bus nach London. Dabei hat die Stadt an der englischen Südküste viel zu bieten.

Essen und feiern
Die Oxford Street ist bekannt für ihre Restaurants und das Nachtleben.
Foto: Lisa Schönemann – dpa

Southampton (dpa/tmn) – Wer mit dem Kreuzfahrt-Schiff nach Southampton kommt, entscheidet sich oft für den Ausflug nach London. Mit dem Shuttle-Bus geht es von der englischen Südküste zweieinhalb Stunden in die Hauptstadt – eng getaktet Hotspots abhaken und ein Selfie vor dem Buckingham Palast.

Jachten und Kreuzfahrtschiffe
Hinter dem Jachthafen legen in Southampton die Kreuzfahrtschiffe an.
Foto: Lisa Schönemann – dpa

Das ist die eine Möglichkeit. Option Nummer zwei: in Southampton bleiben und auf eigene Faust losziehen. Zum Beispiel auf der nach dem berühmten Schiff „Queen Elizabeth II“ benannten „QE2 Mile“ mit schönen alten Fachwerkhäusern, die in Hafennähe beginnt und in die Fußgängerzone übergeht.

Ocean-Terminal
Rund 1,7 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere kommen pro Jahr nach Southampton. Die Schiffe legen an einem von vier Terminals an – im Bild das Ocean-Terminal.
Foto: Lisa Schönemann – dpa

Die Stadt, die einst vom Schiffsbau lebte, ist architektonisch gesehen ein charmantes Nebeneinander von exzentrischem Design und glanzvoller Kreuzfahrthistorie. Ragt hier das gerade fertiggestellte, gläserne „Harbour Hotel“ wie eine überdimensional große Luxusjacht in das neue Hafenviertel „Ocean Village“ – steht um die Ecke an der Canute Road eine Backsteinvilla. Sie beherbergte früher den Sitz der Reederei „White Star Line“. Dort heuerten im Frühjahr 1912 Offiziere, Heizer und Schiffsjungen für die Jungfernreise der „Titanic“ an, berichtet der Historiker Jake Simpkin auf einem Stadtspaziergang.

Ein Magnet für Kreuzfahrt-Passagiere
Mehr als 200 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen verzeichnet Southampton pro Jahr. Oft vor Ort sind vor allem die Schiffe von Cunard.
Foto: Cunard – dpa

„Man kann hier an jeder Ecke Geschichte erleben – eine Kirche aus dem elften Jahrhundert, einen Pub von 1220.“ Das hat für den US-Amerikaner Dan Umfleet und seine indische Frau Dishi den Ausschlag gegeben, sich ausgerechnet in Southampton niederzulassen. Beide wollten ihren Berater-Job an den Nagel hängen und hatten genug Enthusiasmus, wenige Schritte vom historischen Seefahrerheim entfernt ein winziges Kaffeehaus zu eröffnen: das inzwischen als bestes in ganz Hampshire ausgezeichnete „The Docks Coffee House“.

The Docks Coffee House
Ausgefallene Cupcakes gibt es im «The Docks Coffee House», das als bestes Kaffeehaus in ganz Hampshire ausgezeichnet wurde.
Foto: Lisa Schönemann – dpa

Die gotische Pfarrkirche St. Michael von 1070 ist einen kurzen Spaziergang entfernt in der Altstadt zu finden – wie auch der sehenswerte Pub „Duke of Wellington“ in einem historischen Fachwerkbau an der Ecke Bugle Street/Vyse Lane. Als ein gutes „Real Ale“ empfehlen Victor und Lynn Taylor – wortkarger Wirt der eine, warmherzige Wirtin die andere – einhellig das in Southampton gebraute „Swordfish“. Eine dazu bestellte, äußerst schmackhafte Portion Fish & Chips ist eine gute Grundlage für weitere Aktivitäten.

Tee oder gleich ein Cocktail
Southamptons Restaurant- und Café-Szene hat viel zu bieten.
Foto: Visit Hampshire – dpa

Am Rande der Altstadt führt die High Street zum alten Stadttor, dem von den Normannen erbauten „Bargate“, und zu den begehbaren Resten von dem, was von der mittelalterlichen Stadtmauer und ihren Türmen nach der Bombardierung der Stadt während des Zweiten Weltkriegs stehenblieb. Von oben schauen die Gäste heute bis hinüber zu einem der vier Terminals, wo die Kreuzfahrtschiffe festmachen. Insgesamt verzeichnet Southampton mehr als 1,7 Millionen Passagiere im Jahr.

Spektakuläre Architektur
Die Shopping Mall WestQuay ist Treffpunkt unter anderem von Familien und Studenten.
Foto: Paul McCabe – dpa

Wem das zu viel Trubel ist, der setzt mit einer kleinen Fähre in 20 Minuten nach Hythe am Rande des New Forest über – was sich schon wegen der historischen Kleinbahn „Hythe Pier Train“ mit den original erhaltenen Waggons von 1881 lohnt, die vom Fähranleger bis ins Stadtzentrum verkehrt. In Hythe starten verschiedene Busse in den Nationalpark New Forest mit alten Eichen, Mooren und Heidekrautfeldern, südwestlich von Southampton. Mitunter müssen die Fahrer unterwegs den Fuß vom Gaspedal nehmen: Wilde Ponys haben hier Vorrang.

Von den Normannen erbaut
Die High Street in Southampton führt zum alten Stadttor, dem «Bargate».
Foto: Hampshire County Council – dpa

Visit Britain

Grüne Idylle
Wilde Ponys haben am Rande des New Forest Vorfahrt.
Foto: Hampshire County Council – dpa

Reiseinfos zu Southampton

Southampton

Reiseziel: Southampton liegt etwa 120 Kilometer von London entfernt an der englischen Südküste.

Anreise: Wer nicht mit dem Kreuzfahrtschiff in den Hafen einläuft, fliegt zum Beispiel nach London Heathrow und gelangt von dort mit einem der Busse von National Express nach Southampton.

Informationen: Visit Britain, Alexanderplatz 1, 10178 Berlin, Tel.: 030/315 71 90.

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