Archivierter Artikel vom 06.06.2014, 11:40 Uhr
Miami

Sorgen um Ghanas Kwarasey – Härtetest gegen Südkorea

Die Sorgen um seine WM-Defensive werden bei Ghanas Nationaltrainer Kwesi Appiah nicht gerade kleiner in diesen Tagen.

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Adam Kwarasey
Adam Kwarasey (l) hatte am Dienstag das Training abbrechen müssen.
Foto: Haakon Mosvold Larsen – DPA

Miami (dpa) – Die Sorgen um seine WM-Defensive werden bei Ghanas Nationaltrainer Kwesi Appiah nicht gerade kleiner in diesen Tagen.

Nach dem schmerzhaften Verlust von Innenverteidiger Jerry Akaminko verletzte sich im Trainingscamp an der Florida International University in Miami auch noch Stammtorwart Adam Kwarasey am Oberschenkel. Doch die Trainingsblessur des 26-Jährigen ist offenbar lange nicht so schlimm wie Akaminkos schwere Sprunggelenksverletzung, die ihn für drei Monate außer Gefecht setzt. Inzwischen trainiert Torwart Kwarasey wieder mit dem Team – und soll im letzten Test vor der Abreise nach Brasilien gegen Südkorea am Montag auch spielen.

Mit der letzten Härteprüfung endet für den deutschen Gruppengegner auch die Vorbereitung nach drei Trainingslagern in der Hauptstadt Accra, im niederländischen Arnheim und jetzt in Miami. «Es hat bisher Spaß gemacht, aber die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn wir nach Brasilien kommen», kommentierte Stoßstürmer Asamoah Gyan: «Wir haben eine Generation von talentierten Spielern, die entschlossen sind, sich einen Namen zu machen. Und das ist gut fürs Teambuilding.»

Vor der Ankunft in Brasilien am Mittwoch um 8.40 Uhr Ortszeit wartet allerdings noch der Härtetest gegen Südkorea. Vor allem angesichts der enttäuschenden Vorstellung beim 0:1 gegen die Niederlande vergangene Woche gilt das Duell mit den Asiaten als echte Standortbestimmung vor dem ersten WM-Vorrundenspiel gegen die USA am 16. Juni. «Wir müssen weiter glauben, dass wir es schaffen. Wir trainieren ernsthaft und machen Fortschritte», urteilte Asamoah Gyan.

Vor allem in Ghana selbst wird Großes erwartet vom überraschenden WM-Viertelfinalisten von 2010. «Der Druck ist extrem hoch auf uns», gestand der Schalker Kevin-Prince Boateng, einziger Bundesligaprofi im 23er WM-Kader von Chefcoach Appiah. Als nette Abwechslung zu den zahlreichen Trainingseinheiten lud der Trainer am Donnerstag (Ortszeit) auch eine Gruppe der ghanaischen Gemeinde in Südflorida ins Teamcamp ein. Die Fans durften sich Autogramme holen und ungezwungen ein bisschen mit ihren Idolen plaudern.

Die riesigen Erwartungen an die ghanaische Mannschaft wurden in diesen Gesprächen nicht zum ersten Mal deutlich. Fast ein ganzer Fußballkontinent lechzt nach einem erfolgreichen WM-Abschneiden des wohl besten afrikanischen Teams, nicht umsonst kokettierten zuletzt sowohl Staatspräsident John Dramani Mahama, Verbandschef Kwesi Nyantakyi wie auch Trainer Appiah recht offen mit dem Ziel WM-Titel.

Nationalstolz und Pathos sind wesentliche Merkmale auch in der Mannschaft selbst. «Ich werde alles für mein Land geben. Ich glaube an die Qualität, die Erfahrung und den Teamgeist, um noch weiterzukommen als 2010», beteuerte Verteidiger Samuel Inkoom. Dabei ist Ghanas WM-Mannschaft im Schnitt nicht mal 25 Jahre alt – und nach eigenen Angaben sogar das jüngste aller 32 Teams überhaupt.